Knapper Wohnraum und bezahlbare Mieten

Wie viele Sozialwohnungen braucht Greifswald?

In der Gaußstraße in Schönwalde I entstehen 49 Sozialwohnungen der WVG.

In der Gaußstraße in Schönwalde I entstehen 49 Sozialwohnungen der WVG.

Greifswald. In Greifswald werden erstmals seit Jahren wieder Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein vermietet. Sie sind für Personen mit geringem Einkommen reserviert. Wie viele Wohnungen tatsächlich gebraucht werden, weiß die Stadt jedoch nicht.

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Die Arbeitsgemeinschaft Bezahlbarer Wohnraum fordert nun konkrete Zahlen. „Wir empfehlen der Stadt, eine statistische Übersicht über den sozialen Wohnungsbau zu erstellen. Scheinbar hat das niemand richtig im Blick“, sagt Erik von Malottki (SPD), Vorsitzender der AG. Andreas Koch, Leiter Wohnungswirtschaft bei der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WVG), befürchtet zudem, dass am Bedarf vorbeigebaut wird. „Wir müssen wissen, wie viele Wohnscheinberechtigte es gibt.“

Eine offizielle Statistik gibt es nicht, informiert Thorsten Becker, Mitarbeiter im Rechtsamt. Allerdings hätte die Stadt mehrere Anträge auf Förderung von sozialem Wohnungsbau bestätigt. Demnach seien 100 Sozialwohnungen geplant. Jeder Bauherr muss so einen Antrag stellen, wenn er Fördergelder von der Landesregierung haben möchte. „Ob diese Bauherren die Förderung auch tatsächlich bekommen und die Wohnungen gebaut werden - das kann die Stadt jedoch nicht sagen“, ergänzt Andrea Reimann von der städtischen Pressestelle.

Sozialwohnungen entstehen momentan beispielsweise in Schönwalde I. Die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WVG) baut in der Gaußstraße insgesamt 49 neue Wohnungen. Privatinvestoren wollen Ende August 24 weitere Wohnungen in der Einsteinstraße fertig stellen. Auch in der Gützkower Landstraße werden aktuell Sozialwohungen gebaut.

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In Sozialwohnungen dürfen nur Personen mit einem Wohnberechtigungsschein ziehen. Anspruch haben Personen, die eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten (Bei einem Ein-Personen-Haushalt sind das beispielsweise 12000 Euro). Im ersten Halbjahr 2018 stellte die Stadt 30 Wohnberechtigungsscheine aus, teilt Andrea Reimann mit.

Derweil sorgte die Mietpreisbremse für Diskussionen in der AG Bezahlbarer Wohnraum. Das Instrument wurde von der Landesregierung beschlossen und soll ab 1. September in Greifswald und Rostock gelten. Die Preise bei Neuvermietungen dürfen dann maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Erik von Malottki hält das Instrument für „dringend notwendig“ um den Greifswalder Wohnungsmarkt zu entspannen. Klaas Schäfer sieht das anders. Der Kaufmännische Vorstand der Wohnungsbau-Genossenschaft (WGG) „ist nicht überzeugt“. Denn der Wohnungsmarkt sei nicht angespannt. WGG und die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WVG) würden bereits bezahlbaren Wohnraum bieten. Die Durchschnittsmiete bei der WGG beträgt 4,89 Euro, bei der WVG sind es 5,12 Euro.

Christopher Gottschalk

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