Schmollensee

Großer Bahnhof für Schmollensee

So sieht der Bahnhof als Animation aus der Vogelperspektive aus. Bild: Ingenieurplanung-Ost Greifswald

So sieht der Bahnhof als Animation aus der Vogelperspektive aus. Bild: Ingenieurplanung-Ost Greifswald

Schmollensee. Es war ein kleiner Schnitt für das Männerquartett, aber ein großer Schritt für die Insel Usedom. Vor Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Tourismus wurde gestern Vormittag der neue Kreuzungsbahnhof in Schmollensee eröffnet. Mit einer historischen Dampfeisenbahn wurde das neue Objekt eingeweiht. Nach achtmonatiger Bauzeit haben es rund 120 Arbeiter vollbracht, aus einem eingleisigen Bahnhof einen mit zwei Spuren zu errichten. Die Kosten belaufen sich auf rund 7,3 Millionen Euro. Mit einer Förderung von 4,1 Millionen Euro übernahm das Land Mecklenburg-Vorpommern dabei den größten Anteil.

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Zahlen und Fakten zum Bau

Während der Bauphase wurden rund 55000 Kubikmeter Boden ausgetauscht, 5500 Tonnen Schotter, 1100 Meter Gleise und zwei Weichen verbaut, rund 34 km Kabel und circa 700 Meter Rohrleitungen verlegt. Außerdem wurden rund 5500 Quadratmeter Asphalt und 3200 Quadratmeter Pflastersteine verarbeitet.

Der bisherige Haltepunkt Schmollensee wurde betrieblich und optisch erheblich aufgewertet, so dass sich dort künftig Züge begegnen und einander ausweichen können. „Neben den neu errichteten Gleistrassen wurde ein Bahnsteig neu gebaut und einer angepasst. Und der Übergang von der Bahn zum Bus ist vor allem für den Schülerverkehr verbessert worden“, erläuterte Verkehrsminister Christian Pegel.

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Durch den neuen Kreuzungsbahnhof in Schmollensee verkürzen sich ab dem Sommerfahrplan, der am 10. Mai in Kraft tritt, die Fahrzeiten zwischen Zinnowitz und Heringsdorf um zehn Minuten. „Künftig gibt es somit einen einheitlichen Fahrplan für Sommer und Winter“, erklärte UBB-Geschäftsführer Jörgen Boße.

Verkehrsminister Pegel dankte allen beteiligten Firmen und Partnern für die gute Ausführung der Bauarbeiten. „Trotz der angestiegenen Baupreise und der damit verbundenen Nachkalkulation haben wir etwas für die Insel geschaffen. Der Halbstundentakt kann somit super gefahren werden“, kündigte er an. Das sei ein konkurrenzfähiges Produkt, welches hier geschaffen wurde. „Für das Gesamtverkehrskonzept der Insel Usedom spielt der neue Kreuzungsbahnhof in Schmollensee eine zentrale Rolle“, sagte er weiter.

Wenn der Parkplatz hinter dem Bahnhof im Juni übergeben wird, kann der UBB-Chef einen Haken hinter die Baustelle machen. Doch auf ihn wartet in den nächsten Jahren noch mehr Arbeit. Auf der Insel Usedom sind noch „kleinere“ Projekte in Planung, ohne allerdings konkrete Zeitangaben zu machen. „Am Forsthaus Damerow wollen wir noch einen Haltepunkt errichten“, informierte Boße. „Wir werden auch die Planungen für die Arbeiten an den Bahnhöfen in Mahlzow und Mölschow in Angriff nehmen. Ansonsten liegen unsere Bauschwerpunkte in näherer Zukunft auf der Darßbahn.“ Derzeit laufe das Planfeststellungsverfahren, ein Abschnitt sei abgeschlossen. „Beim zweiten Abschnitt kommen wir gerade zum Abschluss. Der dritte Teil wird dieses Jahr ins Verfahren gehen.“ Wenn also alles gut laufe, dann könnte dieses Jahr der ersten Spatenstich angesetzt werden, berichtete er.

Der Haltepunkt am Forsthaus soll in der Kurve zwischen dem Gedenkatelier Niemeyer-Holstein und dem Forsthaus entstehen. „So dicht können die Urlauber dann am Strand aussteigen. Es ist eine sehr attraktive Ecke, denn hier gibt es mehrere touristische Anziehungspunkte“, erklärt Boße.

„Unsere Philosophie ist, dass man das Auto stehen lassen soll, um dann mit der Bahn zu fahren. Wir sind derzeit bei einem durchschnittlichen Haltestellenabstand von 2,6 Kilometern. Wenn wir den Punkt am Forsthaus schaffen, haben wir eine Dichte von zwei Kilometern“, erklärte er.

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Hannes Ewert

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