Fest

Hauptmanngarde bei den Heringsdorfer Kaisertagen: „Wir kommen gerne wieder!“

Still gestanden: Die „Köpenicker Hauptmanngarde“ präsentierte sich bei den Kaisertagen in Heringsdorf.

Still gestanden: Die „Köpenicker Hauptmanngarde“ präsentierte sich bei den Kaisertagen in Heringsdorf.

Heringsdorf. Hoch lebe der Kaiser, hoch leben die Untertanen, hoch lebe die Bürgermeisterin! Tausende Besucher des Kaiserfestes in Heringsdorf auf der Insel Usedom stimmten mit Wachtmeester Pickelhering ein, als Kaiser Wilhelm II. und seine Gattin auf die Bühne der Konzertmuschel traten und einen Witz nach dem anderen lieferten. „Das haben wir vermisst“, sagt Reinhard Reim in der Rolle des Kaisers. Das letzte Fest im Flair der Jahrhundertwende war 2019. Vier Tage lang verwandelte sich die Promenade des Seebades jetzt in eine historische Flaniermeile. Einer der Höhepunkte: der historische Umzug, mit prachtvollen Kleidern, glamourösen Auftritten und einer Kutsche voller Prominenz.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

An die hundert Freiwillige haben sich dem Festumzug angeschlossen. So waren beispielsweise die Kulturwerkstatt Blomberger Land oder die Altberliner Blasmusiker vorn mit dabei. Aber auch Anwohner und Gäste schlüpften in Rollen, kostümierten sich und sorgten dafür, dass sich die Besucher in die Zeit des Kaiserreiches hineinversetzen konnten.

Eine Kutsche war ein besonders beliebtes Fotomotiv bei den Schaulustigen: Darin saßen neben dem Kaiser und seiner Gemahlin, gespielt von Anett Kölpin, auch die Bürgermeisterin der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf, Laura Isabelle Marisken, sowie der Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Partnerstadt Beckum, Michael Gerdhenrich.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Hauptmanngarde“ aus Berlin ist das erste Mal dabei

Aus dem Festumzug stach eine weitere Truppe aus dem Gewusel an der Promenade heraus: Die „Köpenicker Hauptmanngarde“. Mit blauen Uniformen, Pickelhaube und Gewehr hatte die Gruppe nur wenig Zeit, um mal ein Bierchen zu trinken oder eine Bratwurst zu essen. Viele Besucher des Festes wollten mit den Uniformierten Fotos machen. In ihrer Rolle hieß es dann: gerade stehen und gut aussehen.

Lesen Sie auch

„Es ist eine tolle Atmosphäre“, betont Klaus Hohlfeld. Die Hauptmanngarde aus Berlin war das erste Mal bei den Kaisertagen dabei, der „Adjutant“ des Kaiserpaares habe sie bei einer ihrer Vorführungen angesprochen, ob das Fest nicht auch etwas für diese Gruppe wäre. Und das ist es in der Tat. Sie fänden es super, wie Tradition in den Kaiserbädern gepflegt wird.

Traditionspflege und Spaß stehen im Vordergrund

Darum geht es auch den Männern in Uniform. Der Verein spielt jede Woche ein Bühnenstück um die Geschichte des Schusters Wilhelm Voigt. Er hat sich durch eine Uniform in den Hauptmann von Köpenick verwandelt und ist mit Berliner Gardesoldaten in Köpenick aufmarschiert. „Durch sein Handeln hat er das ganze Preußentum lächerlich gemacht“, sagt Hohlfeld. Die Geschichte zu erzählen, die sich 1906 in ihrer Heimatstadt abgespielt hat, und die Wahrung der Tradition sind den Vereinsmitgliedern wichtig. Es gehe um den Spaß und darum, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. „Tatsächlich werden wir manchmal privat in normaler Alltagskleidung nicht erkannt, in Uniform aber schon“, sagt der Mann und lacht. Dann müssen sie sich schon wieder für ein Foto aufstellen. Stillgestanden!

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Wir sind nicht politisch motiviert, so, wie wahrscheinlich alle kostümierten Personen hier“, stellt Norbert Weigt von der HauptmannGarde klar. „Wir verherrlichen nicht die Kaiserzeit, wie uns manchmal vorgeworfen wird. Wir setzen uns damit humoristisch auseinander.“ Einige Parteien würden Symbole des Kaiserreiches nutzen und wünschten sich diese Zeit zurück. „Wir haben damit aber nichts zu tun“, sagt Weigt und meint, dass sie sich schon häufiger für ihr Hobby rechtfertigen mussten.

Am Sonntag gaben sie dann nach dem Kaiserlichen Frühschoppen auch eine Kostprobe aus ihrem Theaterstück auf der Konzertmuschel zum Besten. „Wir würden uns freuen, wenn wir im nächsten Jahr wieder dabei sein können, es ist alles so liebevoll gestaltet und es wird sich wirklich viel Mühe gegeben, dass es eine tolle Veranstaltung ist“, resümiert Weigt die Veranstaltung für sich. Ideen für weitere Programmpunkte haben die Berliner bereits.

Mehr aus Usedom

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen