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Ende eines Schandflecks

Investor plant Kurklinik in Ückeritz

Auf dem verfallenen Gelände in der Wockninstraße in Ückeritz soll eine Kurklinik gebaut werden.

Auf dem verfallenen Gelände in der Wockninstraße in Ückeritz soll eine Kurklinik gebaut werden.

Ückeritz. Endlich: Einer der schlimmsten Schandflecke der Gemeinde Ückeritz könnte schon bald der Vergangenheit angehören. In der Wockninstraße, die von der B 111 bis zum Campingplatz führt, soll das Areal zwischen der Wohnbebauung im vorderen Teil der Straße und den Ferienwohnungen Villa Wald-Eck bebaut werden. Ein Investor aus dem Bereich Klinik- und Gesundheitsmanagement möchte dort eine Eltern-Kinder-Kureinrichtung bauen. 2022 soll die Einrichtung fertig werden. Ein ehrgeiziges Ziel.

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Ückeritz’ Bürgermeister Axel Kindler ist sehr stolz darauf, dass es gelungen ist, den Investor an Ückeritz zu binden. „Ich habe im zurückliegenden halben Jahr viele Male mit dem Investor aus Brandenburg gesprochen und ihn ermutigt, sich für uns zu entscheiden“, sagt Kindler. Das 12 000 Quadratmeter große Gelände befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Überall völlig zerfallene Baracken, Schuppen und Sperrmüll, dazu offene Gruben. Bis zur Wende befand sich auf dem Gelände ein Kinderferienlager. Doch ähnlichen vielen anderen Einrichtungen dieser Art verfiel es ab Mitte der 1990-er Jahre zusehends. Das Areal gehörte einer großen Erbengemeinschaft, der Verkauf gestaltete sich schwierig. Doch nun ist es dem Brandenburger Investor tatsächlich gelungen, das Grundstück zu erwerben.

„Ich sind sehr froh darüber, denn immer wieder gab es Ärger mit dem verwahrlosten Grundstück. Kinder spielten dort und angesichts vorhandener offener Gruben auf dem Gelände musste man wirklich Angst haben, dass Kinder oder Jugendliche dort zu Schaden kommen“, sagt der Bürgermeister. Etliche Male habe auch die Polizei anrücken müssen, schildert er. Doch das soll nun alles bald Geschichte sein.

Axel Kindler, Bürgermeister der Gemeinde Ückeritz

Axel Kindler, Bürgermeister der Gemeinde Ückeritz

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Nur Kurklinik ist genehmigungsfähig

Entstehen soll nach Kindlers Worten das Gesundheitsressort „Bernstein/Ückeritz“ mit einem Investitionsvolumen von 22 Millionen Euro. Die Kurklinik, in der Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern behandelt werden, soll 104 Appartements mit 280 Betten umfassen und über umfangreiche Infrastruktur verfügen. Dazu gehören medizinische, physiologische und physikalische Abteilungen, eine eigene Kindertagesstätte für bis zu 240 Kinder, Bewegungsbad, Sauna, Turnhalle und Kinderspielplatz. 1800 Familien sollen sich hier pro Jahr im gemäßigten Ostseeklima erholen und wieder Kraft tanken für die Alltagsbewältigung.

Zugesagt sind die Schaffung von 97 Arbeitsplätzen, darunter fünf Ärzte, 48 nichtärztliche Fachkräfte und 44 Servicemitarbeiter. So wurde es während des öffentlich tagenden Bauausschusses am 14. März vorgestellt. Im April will sich die Gemeindevertretung mit den Plänen befassen. „Für unsere Gemeinde wäre das ein wahrer Segen, denn von der Klinik könnten alle Gewerbetreibenden profitieren, auch Pensionen und die Vermieter von Ferienwohnungen. Denn der Besuch der Kurgäste kann nicht in der Klinik übernachten und muss sich Unterkünfte in der Nähe suchen“, so Axel Kindler.

Der Investor, der Anfang Mai während einer Einwohnerversammlung öffentlich vorgestellt werden soll, ist schon längere Zeit im Bereich Klinik- und Gesundheitsmanagement aktiv. Er hat bereits Kliniken und Kureinrichtungen auf Rügen und in der Fränkischen Schweiz errichtet, die alle mit Erfolg betrieben werden. Da der Bedarf an Kureinrichtungen deutschlandweit vorhanden ist und die Krankenkassen Vorsorgeprogramme zur Gesundheitsprävention mittragen, ist die Chance sehr groß, das Vorhaben in Ückeritz umzusetzen.

Erhöhung der Kaufkraft in Ückeritz

Erste Vorgespräche mit den Trägern öffentlicher Belange gab es bereits. Besonders die Landesforst ist davon betroffen, da sich das Areal mitten im Wald befindet und extra hohe Auflagen zu erfüllen seien. Sie hat nach Aussage Kindlers eine Zustimmung zu den Plänen signalisiert, da es eine Gesundheitseinrichtung gehe. „Wohnungsbau und etwa Ferienhäuser hätten hier überhaupt keine Chance“, betont der Bürgermeister. Das habe auch schon eine vor Jahren durchgeführte Befragung der Bürger von Ückeritz ergeben. „Ferienhäuser gibt es schon genug auf der Insel.“ Da zudem die Kurklinik, die im übrigen nicht mit den Angeboten der Mutter-Kind-Klinik in Kölpinsee kollidiere, 95 Arbeitsplätze gebunden sind, habe es schon nach dem Bauausschuss ein positives Echo gegeben. Die Steigerung der Übernachtungszahlen und des Gästezuwachses und die damit einhergehende Erhöhung der Kaufkraft und des Steueraufkommens würden sich auf Ückeritz positiv auswirken.

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Der Investor möchte noch in diesem Jahr den Bauantrag stellen und nach Möglichkeit im kommenden Jahr mit dem Bau beginnen. „Bis dahin muss er allerdings noch viele Hausaufgaben erledigen. Der erste und für uns als Gemeinde wichtigste Schritt jedoch ist getan: Er hat das Grundstück erworben und befindet sich bereits mitten in der Überplanung des Geländes“, sagt Bürgermeister Kindler.

Cornelia Meerkatz

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