Religion

Usedomer Wort zum Sonntag: „Was liegt in der Natur der Sache?“

Ein Kleinkind wird getauft (Symbolbild)

Ein Kleinkind wird getauft (Symbolbild)

Heringsdorf. Sind Sie zuweilen eifersüchtig und wütend und eigennützig und schätzen sie vielleicht manchmal Ess- und Trinkgelage bis zur Völlerei und stiften sie manchmal Streit? Machen Sie doch mal ein Häkchen dran, falls Sie ein Beispiel aus ihrem Leben finden.

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Paulus schreibt, dass gerade das alles in der Natur des Menschen liegt. Mit einer solchen Perspektive auf den Nächsten, wechselt man selbst bei Tag am besten die Straßenseite, wenn ein anderer Mensch den eigenen Weg kreuzt. Je nachdem wie viele Häkchen sie gesetzt haben, ist Paulus Katalog der Schlechtigkeiten auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Immerhin lebt unsere Gesellschaftsordnung davon, dass jeder seinen eigenen Vorteil sucht.

Taufe im Jordan in Israel

Bei Christen soll das anders sein. Paulus schreibt: Wer nun zu Christus Jesus gehört, hat seine menschliche Natur ans Kreuz genagelt.

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In den letzten 14 Tagen war eine Studiengruppe in Israel unterwegs. Jerusalem und Bethlehem und Jesu Taufstelle am Jordan durften auch nicht fehlen. Eines Abends am See Genezareth offenbarte eine Studentin, dass sie noch nicht getauft ist. Wohl mehr im Spaß als im Ernst warf jemand ein, dass wir ja übermorgen an der Taufstelle Jesu am Jordan wären, also was hinderts, dass sie sich dort taufen lässt? Nichts.

In unseren Kirchen taufen wir aus goldenen und silbernen Taufschalen. Mit einer handvoll Wasser über dem Kopf – sie aber wollte untertauchen im Jordan. Ganz untertauchen, am besten bis auf den Grund des Lebens. Und im Moment des Untertauchens wurde sichtbar: Da zeigt sich mitsterben, und neu auferstehen.

Gotteskraft im Alltag

Da wird ansichtig, wie man die menschliche Natur ersäuft und mit ans Kreuz nagelt, sodass man auf alle Leidenschaften pfeifen und aus der Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes leben kann. Wie neu geboren gehört Paulus Katalog der Schlechtigkeiten eben nicht mehr zur Natur des Menschen wie eine Gesetzmäßigkeit.

Eine Möglichkeit bleibt es wohl, aber man darf getrost davon ausgehen, dass der Christenmensch auf der anderen Straßenseite auch aus der Liebe und Güte Gottes leben will und kann. Willig und befähigt zur Selbstlosigkeit sind Christen und beim Sonntagsbad könnte man ja immer wieder einmal nachdenken, welche ungünstigen Gewohnheiten man gleich noch mitersäufen wollte. In der Natur des Christenmenschen liegen sie jedenfalls nicht mehr. Das ist Gotteskraft im Alltag. Einen gesegneten Sonntag.

Von Christian Pieritz

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