Redaktionsporträt

Darum gibt es Konkurrenz um die Rennberichte aus dem Grimmener Hexenkessel

Spüren spannende Themen in Grimmen und Umgebung auf: Christin Assmann (v.l.), Raik Mielke, Almut Jaekel.

Spüren spannende Themen in Grimmen und Umgebung auf: Christin Assmann (v.l.), Raik Mielke, Almut Jaekel.

Grimmen. Wer meint, dass die über 9000 Einwohner zählende Stadt und ihr Umland journalistisch nicht viel zu bieten haben, ist auf dem Holzweg. Das machen ihm die OZ-Redakteure um Almut Jaekel (56) schnell klar. „Sicherlich haben wir hier keine großen Industriebetriebe, auch gibt es hier keine Tourismushochburg, doch interessanten Stoff für unsere Leser finden wir genug“, betont die Leiterin der Lokalredaktion.

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Als Quereinsteigerin kam die Diplom-Agraringenieurin 1993 zur OSTSEE-ZEITUNG. „Mein Mann hatte mir geraten: Bewirb dich!“ Heute ist sie ihm für diese Empfehlung dankbar, denn längst hat sie mehr als nur Gefallen am Schreiben gefunden: „Ich liebe meine Arbeit, die mich jeden Tag vor neue Herausforderungen stellt, die mich immer wieder mit neuen Menschen zusammenbringt!“

Zentrale Frage: Was bedeutet das für den Leser?

Alles, was Menschen bewegt, einzufangen, ist ihr Ding. Dabei liefern Kommunalpolitik, Unternehmen, Schulen, Kindergärten oder Bauwesen die Themen. Doch es geht ihr und ihren Kollegen nicht allein darum, Geschehen widerzuspiegeln, sondern hinter die Dinge zu schauen. „Vor allem stellen wir uns immer wieder die Frage, was bedeutet diese oder jene Entscheidung, dieser oder jener Vorgang für die Leser?“, sagt Almut Jaekel.

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Leitet die Lokalredaktion Grimmen: Almut Jaekel.

Leitet die Lokalredaktion Grimmen: Almut Jaekel.

Zu den aktuellen Beispielen für dieses Herangehen zählt der jüngste Kreistagsbeschluss, die Schüler ab kommendem Schuljahr kostenlos per Bus zu befördern. „Am nächsten Tag habe ich die Schüler befragt, wie sie darüber denken, und damit persönliche Konsequenzen der Entscheidung deutlich gemacht.“

Für den Leser da zu sein, ist auch das Anliegen von Raik Mielke (34). Seit 2008 schreibt der gebürtige Grimmener und passionierte Sportler für die OZ. Zunächst berichtete er vom Geschehen auf Sportplätzen und in Sporthallen, ehe er der Anregung folgte, sich doch auch einmal anderen Dingen zuzuwenden. Seitdem ist er überall dabei, wo etwas los ist. Anfangs noch meist per Rad, was ihm den Ruf als „rasender Reporter“ einbrachte.

Von Kultur bis Stockcar: Raik Mielke, Reporter in der Lokalredaktion Grimmen

Von Kultur bis Stockcar: Raik Mielke, Reporter in der Lokalredaktion Grimmen

Lokalredakteur muss in allen Themen sattelfest sein

Mit Vorliebe widmet er sich kulturellen Themen. Es gibt kaum eine Veranstaltung im Kulturhaus mit dem anspruchsvollen Namen „Treffpunkt Europas“, von der Raik Mielke nicht berichtet: „Aus der Schlagerszene war schon fast alles hier!“ Häufig ist er ebenfalls dabei, wenn die Feuerwehr zu Einsätzen ausrückt. Er sitzt aber auch mit im Saal, wenn Gemeindevertreter tagen. „Als Lokalredakteur muss man in allen Bereichen sattelfest sein“, ist seine Erfahrung.

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Doch wenn ab Juni der berühmte Grimmener „Hexenkessel“ Tausende zu den Stockcar-Rennen zieht, überlässt er ungern anderen die Berichterstattung: „Es ist immer wieder eine tolle Atmosphäre. Darüber zu schreiben, macht mir unheimlich viel Spaß.“

Konkurrenz hat er dabei allerdings jetzt mit Christin Assmann bekommen. Die Greifswalderin ist seit 14 Monaten Redaktionsmitglied und hat ebenfalls ihre Leidenschaft für die rasanten Rennen entdeckt: „Ich habe schon im Vorfeld der Rennen und dann auch vom Austragungsort berichtet.“ Die 32-Jährige studierte in Köln Journalismus und Unternehmenskommunikation und verwirklicht nach Jahren beim Fernsehen jetzt bei der OZ ihren Wunschtraum: „Ich wollte schon immer zur Tageszeitung und freue mich, jetzt in Grimmen tätig zu sein, zumal ich gestehen muss, dass ich vorher noch nie hier war. Ich hatte auch nicht erwartet, in Grimmen und Umgebung so ein reiches Betätigungsfeld zu finden.“

Traum von der Tageszeitung verwirklicht: Christin Assmann, Redakteurin in der Lokalredaktion Grimmen.

Traum von der Tageszeitung verwirklicht: Christin Assmann, Redakteurin in der Lokalredaktion Grimmen.

Ziel: Den Menschen nahe kommen

Mit ihrer offenen Wesensart konnte sie sich schnell ein gut funktionierendes Netzwerk aufbauen, das sie für ihre tägliche Arbeit nutzt. Und Christin Assmann lässt wissen, dass ihre große Leidenschaft dem Porträt und der Blaulicht-Berichterstattung gehört: "Wenn ich über Menschen schreibe, kann ich ihnen sehr nahekommen, erfahren, was sie antreibt, was sie bewegt." Als besonderes Beispiel dafür gilt ihr die Darstellung des Instrumentenbauers Michael Münkwitz aus Brandshagen, bei dem ihr eine besonders einfühlsame Darstellung seiner Person gelang.

All das trägt dazu bei, dass die OZ als Heimatzeitung auch in Grimmen einen hohen Stellenwert besitzt. „Wir haben eine sehr treue Leserschar, sowohl was die gedruckte Ausgabe als auch was unseren Online-Auftritt betrifft“, hebt Almut Jaekel hervor. Eine Tatsache, die sie und ihre Kollegen täglich zusätzlich motiviert.

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Von Werner Geske

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