OZ-Weihnachtsaktion 2018

Die letzten DDR-Meister im Ringen im Mai 1990

Im Mai 1990 wurden Thomas Koch (links) und Christian Ludek (rechts) die beiden letzten DDR-Meister des ehemaligen Grimmener Ringervereins.

Im Mai 1990 wurden Thomas Koch (links) und Christian Ludek (rechts) die beiden letzten DDR-Meister des ehemaligen Grimmener Ringervereins.

Grimmen. Im Mai 1990 fanden in Suhl die letzten DDR-Meisterschaften der Altersklasse 13 im klassischen Ringerkampf statt. Für den Wettkampf hatten sich auch drei Grimmener Sportler qualifiziert. In der Gewichtsklasse bis 44 Kilogramm ging Sebastian Beyer an den Start. Bei den Jungen bis 60 Kilogramm kämpfte Christian Ludek und bei den Ringern bis 65 Kilogramm startete Thomas Koch für die Trebelstädter. Die drei Nachwuchs-Ringer mussten sich gegen 119 Sportler aus 47 Vereinen messen. Und dies mit Erfolg. Lediglich von einer Verletzung aufgehalten, landete Sebastian Beyer am Ende auf dem vierten Platz. Christian Ludek und Thomas Koch erwischten einen absoluten Sahne-Tag und siegten in ihren Altersklassen und können sich bis heute die letzten beiden DDR-Meister nennen.

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Im Rahmen der OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ trafen wir nun 28 Jahre nach seinem Titelgewinn Christian Ludek und erfuhren, dass seine sportliche Karriere so überhaupt nicht abzusehen war. „Ich war zu Schulzeiten sehr unsportlich und dick“, sagt Christian Ludek. Trotzdem hatte der damals junge Schüler Spaß am Sport und versuchte sich so beispielsweise beim Fußball. Das Resümee der damaligen Trainer war aber nicht besonders motivierend. „Mit Fußball wird das nichts“, meinten sie. Kurze Zeit später fanden in Grimmen die damals traditionellen Stadtmeisterschaften im Ringen statt. „Dies war eigentlich ein Sichtungsturnier für die Sportart und ich nahm für meine Grundschule teil“, erinnert er sich zurück. Durch seine Größe und Kraft fällt der junge Christian Ludek auf. „Ich wurde dann von Andreas Neubert zum Training eingeladen. Ja, so einfach wurde man damals Ringer“, sagt er schmunzelnd. Schnell gewinnt er Spaß an der Kampfsportart. „Ich bin immer in der höchsten Gewichtsklasse in meinem Alter gestartet und durch das tolle Training stellten sich schnell Erfolge ein“, beschreibt er und sagt: „Damals habe ich sehr schnell einen großen Ehrgeiz entwickelt. Neben dem normalen Training habe ich immer noch selber im Kraftraum gearbeitet.“

Schnell spricht sich sein großes Talent auch über die Stadtgrenzen hinaus rum. „Ich habe dann noch vor der Wende die Überprüfung für Luckenwalde absolviert und ging anschließend für zwei Jahre auf die dortige Sportschule“, beschreibt er. Mit der Wende brachen jedoch schnell die Strukturen zusammen und so entscheidet die Familie, dass Christian Ludek zurück nach Grimmen kommt. In diesen Tagen fanden, die bereits angesprochenen letzten DDR-Meisterschaften in Suhl statt. „Ich wusste, wenn ich meine Leistung abrufe, bin ich in meiner Gewichtsklasse nur ganz schwer zu schlagen“, erinnert er sich zurück. Nach drei Schulter- und zwei Punktsiegen wurde er DDR-Meister. Dies war der insgesamt 20. Meistertitel, den Grimmener Sportler im Schülerbereich errangen. Und er stellte einen weiteren Rekord auf. „Mein Sieg war der schnellste Finalsieg, den es je bei diesen DDR-Meisterschaften gab“, ist er stolz. Nämlich bereits nach 26 Sekunden hatte er seinen Gegner zwei Mal auf die Schulter gebracht.

In den 1990er Jahren engagiert sich Christian Ludek noch als Übungsleiter und kämpfte in Greifswald. „Der Sport hat mir so viele tolle Momente beschert. Umso glücklicher bin ich, dass es in Grimmen nun wieder einen Verein gibt“, sagt er. Und ohne, dass der Vater es wollte, war sein Sohn Felix einer der ersten Jungen, die sich dort angemeldet haben. „Ich finde, Kinder müssen ganz alleine herausfinden, was ihnen Spaß macht“, meint er und hat einen Rat, den er jungen Menschen gerne mitgeben möchte. „Man darf sich nie einreden lassen, dass man irgendetwas nicht erreichen kann. Ich war als Kind kein Model-Athlet, aber durch harte Arbeit und viel Freude an der Sache, habe ich meine Sportart gefunden und konnte Erfolge feiern“, sagt der letzte DDR-Meister Christian Ludek.

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Raik Mielke

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