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OZ-Dönerladen-Test

Geheim-Zutaten und Kult-Verkäufer: Warum das „Imbiss-Eck“ in Grimmen gewonnen hat

Jens Henschel (55) aus Grimmen macht in seinem „Imbiss-Eck“ den besten Döner des Landes.

Jens Henschel (55) aus Grimmen macht in seinem „Imbiss-Eck“ den besten Döner des Landes.

Grimmen. Einen Döner bei Jens Henschel bestellen, das ist ein Erlebnis. Nicht nur, dass der 55-Jährige aus dem „Imbiss-Eck“ in Grimmen über geheime Zutaten verfügt. Nein, er ist Freund und Lebensberater für seine Kunden.

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Natürlich ist auch der Döner klasse: das Fleisch knusprig, der Salat knackig. Die Männer in der Familie von Kundin Kerstin Lorenz (49) beispielsweise lieben das „viele Fleisch“, die Frauen den frischen Salat.

Kein Wunder, dass der Mann aus Grimmen den Dönertest der OSTSEE-ZEITUNG gewann, obwohl die Konkurrenz groß war und die kleine Stadt an der Trebel nicht oft in einem Ranking auf Platz eins liegt.

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Das Gedächtnis eines Elefanten

Der Mann besitzt das Gedächtnis eines Elefanten. Und wer bitte schön mag keine Elefanten? Bei Jens Henschel wird jeder Kunde mit Namen begrüßt, Sonderwünsche – und die gehören zum Verzehr eines Döners dazu, wie die Soße – speichert er und ruft sie routiniert ab. „Wie ein Buchhalter“, sagt er bescheiden.

Eigentlich mag er den Presse-Rummel genauso wenig wie die Lobeshymnen. „Ich mache doch nur meinen Job“, sagt er dann. Früher baute der gelernte Stahlschiffbauer Ozean-Riesen in der Neptun-Werft. Seit mehr als 20 Jahren kreiert er auf Wunsch wahre Fleisch-Giganten. „Daran esse ich zwei Tage“, sagt Sarah Düwel (31), die findet, dass die geheimste Zutat der Plausch mit Jens ist. „Das ist das A und O. Jeder weiß doch, dass man hier nicht nach zehn Minuten wieder draußen ist.“ Ja, ein Döner im Imbiss-Eck ist eben auch ein zeitliches Abenteuer.

Der Plausch gehört dazu wie die Soße zum Döner

Hier wird über Politik geredet und über Umweltverschmutzung, über das W-Lan und wie es die Enzyme im menschlichen Körper verändert. Und ganz nebenbei macht er den größten und – jetzt auch offiziell – besten Döner des Landes für seine Kunden.

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Morgens kauft er die Zutaten frisch ein. Er schält Gurken, raspelt Möhren, schneidet die Blüten aus den Tomaten und presst Knoblauch aus. Alles frisch. Alles etwas anders.

Jens Henschel bei der Arbeit im Dönerladen „Zum Imbiss-Eck" in Grimmen (Video: Christian Rödel, 18.9.2019)

Sieger des OZ-Tests: Jens Henschel bei der Arbeit im Dönerladen „Zum Imbiss-Eck" in Grimmen

„Das ist Arbeit. Aber mal ehrlich, in der Schale stecken keine Vitamine und in der Blüte sammeln sich Schadstoffe. Wir essen doch schon genug Gift“, sagt er und lässt das Gummi seiner behandschuhten Hände schnalzen.

Handschuhe? „Natürlich. Soll doch alles sauber sein. Ich fasse Geld an und daran hängt Schmutz, das möchte doch niemand essen.“

Übrigens loben seine Kunden auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Vier Euro kostet ein Döner bei ihm. Aber wie schon Sarah Düwel sagte, sagt auch Leon Westphal (19): „Diesen Döner aufzuessen, das ist eine Herausforderung.“

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Ein Liebesbrief von einer Schülerin

Den jungen Mann kennt Jens Henschel schon seit dem Kindesalter. „Ich hab gestaunt, wie groß er plötzlich geworden ist. Eines Tages konnte er über meinen Tresen gucken.“ Leon Westphal ist wirklich groß. „Dank deines Döners“, sagt er lächelnd.

Mehr lesen:
OZ-Dönerladen-Test: Alle Ergebnisse um Überblick – und die Gewinner der Döner-Gutscheine

Einen kleinen Liebesbrief hat der Dönermann von einer Schülerin bekommen und aufgehoben. „Ich habe für dich abgestimmt“, steht darauf und das rührt auch Jens Henschel. Genau wie der Gewinn des OZ-Tests. „Noch ein Foto? Für Seite eins. Oh Gott, ihr macht Sachen mit mir“, sagt er gutmütig und lässt alles über sich ergehen.

Der einzig wahre Sozialarbeiter in Grimmen

Jens Henschel ist halt immer für die Menschen da: Wenn sie eine Frage haben. Probleme mit dem Amt? Der Ehefrau? Die Umwelt ertrinkt im Plastikmüll? Der SUV soll Schuld an allem Übel sein?

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Jens drängt sich nicht auf, aber er ist immer auf dem neuesten Stand, informiert sich und ... irgendwie ist er der einzig wahre Sozialarbeiter in Grimmen. In einer Stadt, in der viele Menschen gelernt haben, mit Verzicht umzugehen.

Bei Jens Henschel muss niemand verzichten. Der Döner ist riesig. Er spart nicht. Er hört zu und arbeitet fleißig und sauber. Deswegen ist er auch unser Gewinner: Ein Dönermann mit dem Herz eines Löwen und dem Gedächtnis eines Elefanten.

Mehr zum Thema:

Alle Beiträge zum großen OZ-Dönerladen-Test gibt es hier.

Von Carolin Riemer

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