Nachruf

Ein verlässlicher Freund: Die OZ trauert um den ehemaligen Redakteur Peter Franke

Peter Franke

Peter Franke

Grimmen/Gubkow. Am liebsten war Peter Franke mit der Kamera unterwegs. Auf der Suche nach interessanten Gesichtern, nach knorrigen Bäumen, guten Perspektiven. Das ist vorbei. In der Nacht zum 7. Oktober 2022 ist der ehemalige Redakteur der OSTSEE-ZEITUNG nach langer Krankheit und doch unerwartet gestorben. Peter Franke ist nur 66 Jahre alt geworden.

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Der OZ treu geblieben

„Peter ist zu Hause gestorben. Zum Arzt oder in ein Krankenhaus wollte er nie“, erzählt seine Frau, mit der er jahrzehntelang in Gubkow bei Sanitz zu Hause war. Dort hatten es sich die beiden mit Haus und Garten gemütlich gemacht – erst recht nachdem Peter Franke 2018 aus dem aktiven Dienst als Redakteur ausgeschieden war. „Aber die OZ gehörte auch danach für ihn dazu. Jede Zeile hat er gelesen und immer seinen Kommentar dazu abgegeben“, erzählt seine Frau. „Sein erster Gang morgens, oft noch in Pantoffeln, war zum Briefkasten“, sagt sie.

In letzter Zeit sei allerdings absehbar gewesen, dass Haus und Garten den beiden zu viel wird. Sie hatten den Plan, in eine Wohnung nach Waren/Müritz zu ziehen. Denn dort sollte ein einst so geliebtes Hobby des Naturfreundes wiederaufleben – das Angeln. Dazu ist es nun nicht mehr gekommen.

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Peter Franke arbeitete ab 1991 für die OSTSEE-ZEITUNG. Zunächst – bis 2002 – für die Lokalredaktion Rostock und vor allem als Fotograf. Doch Peter Franke hatte als Seiteneinsteiger in der Zeitungsbranche das Talent, nicht nur eindrucksvolle Fotomotive zu finden, sondern auch die passenden und interessanten Geschichten dazu den Menschen der Region zu entlocken und diese spannend und unterhaltsam aufzuschreiben. Im Laufe seiner Grimmener Jahre entwickelte er außerdem ein Faible für die akribische und oft außergewöhnliche Gestaltung der Printseiten, denen er größte Aufmerksamkeit widmete.

Ein verlässlicher Freund

Dabei blieb er sich selbst treu, überzeugte mit Ruhe und Fachwissen. Mein Arbeitsplatz in der Grimmener Redaktion stand fast eineinhalb Jahrzehnte genau dem von Peter Franke gegenüber. Und es war mir eine große Freude, täglich mit ihm so eng zusammenzuarbeiten, immer auf Hilfe und Unterstützung bauen zu können und einen verlässlichen Freund auf der anderen Seite des Tisches zu wissen. Peter war ein Mann, der gern in der zweiten oder noch lieber in der dritten Reihe arbeitete, aber sich nie vor Verantwortung drückte.

Nicht nur ich, sondern auch die anderen Kollegen schätzten außer diesen Eigenschaften auch, dass es bei Peter im Schreibtisch stets Nervennahrung gab: Wer einen zusätzlichen Energieschub oder einfach etwas Süßes wollte, für den hatte Peter immer einen Keks oder ein Stück Schokolade parat.

Entdecker des A-20-Lochs

Kurz vor seinem Abschied aus dem Arbeitsleben in den vorzeitigen Ruhestand war Peter Franke noch einmal zu ganz großen Ehren gekommen. Als erster Grimmener Lokalredakteur erhielt er einen der „Sterne der OZ“ für außergewöhnliche journalistische Leistungen.Er war nämlich der allererste Journalist, der über das berühmte „A-20-Loch“ berichtete. Auf seiner Fahrt zur Arbeit von Gubkow bei Sanitz nach Grimmen hatte er zuvor tagelang beobachtet, dass irgendetwas mit der Fahrbahn nicht stimmte, sie langsam absackte.

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Peter Franke hinterlässt seine Frau. Und viele traurige (Ex-)Kollegen.

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