Ribnitz-Damgarten

Bernsteinwald soll zum Leben erweckt werden

Das Bild vom Bernsteinwald im Deutschen Bernsteinmuseum.

Das Bild vom Bernsteinwald im Deutschen Bernsteinmuseum.

Ribnitz-Damgarten. Wenn alles klappt, dann wird noch in diesem Jahr das große Bild vom Bernsteinwald im Deutschen Bernsteinmuseum Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) zum „Leben erwachen". Eine Computeranimation soll helfen, die Zeit um ein paar Millionen Jahre zurückzudrehen. Hauptakteure dieser Animation sind ein in Bernstein eingeschlossener Gecko und eine Eidechse, die sich im Besitz des Museums befinden.  Die Voraussetzungen dafür wurden bereits schon zum Teil geschaffen. Im Sommer vergangenen Jahres wurden einige der im Besitz des Museums befindlichen Inklusen, wie die Bernsteineinschlüsse genannt werden, im Berliner Naturkundemuseum durchleuchtet. Herausgekommen ist dabei ein 3D-Modell. Genutzt wurde dafür die Technik der Computer-Tomographie (CT), wie sie auch bei medizinischen Untersuchungen für Menschen angewandt wird. Allerdings wurde im Naturkundemuseum Berlin dabei ein sogenanntes Mikro-CT eingesetzt, das noch sehr viel genauer ist als die aus der Human-Medizin bekannten Geräte.

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Mehrere Sonderausstellungen geplant

Die Ausstellungsmacher wollen in diesem Jahr außerdem bestehende Angebote erweitern und spannende Sonderausstellungen vorbereiten. Ziel ist es, mehr Besucher anzulocken. Deren Zahl ist von rund 58 000 im Jahr 2015 auf 55 000 Besucher im vergangenen Jahr gesunken. „Es kommen mehr Familien und weniger Gruppen zu uns“, so Axel Attula, der wissenschaftliche Leiter des Museums. Letzteres hänge damit zusammen, dass weniger Bustouristen kommen. „Das ist allerdings ein deutschlandweiter Trend, der nicht nur das Bernsteinmuseum trifft“, sagt Attula weiter. Positiv sei, dass der mit dem Rückgang der Besucherzahlen einhergehende Rückgang der Eintrittsgelder aufgefangen werden könne durch die Einnahmen aus der Werkstatt und dem Museums-Shop. Der Shop, der sich zuvor in privater Hand befand, wird seit Pfingsten 2016 vom Museum betrieben. „Das hilft uns sehr“, so Attula. Immerhin würden durch den Verkauf von Bernsteinartikeln und Bernsteinschmuck 47 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Unterm Strich erreiche man eine Eigenerwirtschaftungsquote von rund 70 Prozent. „Das schaffen nicht viele Museen“, macht der wissenschaftliche Leiter des Museums deutlich. Nichtsdestotrotz sei man jedoch auch künftig auf Zuschüsse der Stadt angewiesen, sagte er weiter. Wichtig sei es, dass sie in konstanter Höhe gezahlt werden. Das sei das A und O, um flexibel arbeiten zu können.

Kinderbernsteinland wird erweitert

Derzeit ist man dabei, das Kinderbernsteinland zu erweitern und bis Ostern die Erlebniswerkstatt einzurichten. Und um zu zeigen, dass ein Besuch bei jedem Wetter lohnt, hat man nach einem griffigen Motto gesucht und ein solches auch gefunden: „Wo wir sind, ist Sonne“. Im Kinderbernsteinland darf nach Herzenslust experimentiert, entdeckt und gestaltet werden. In den Ferien werden spezielle Aktionen gestartet, und es gibt auch Angebote für Schulklassen. In der Erlebniswerkstatt können die Besucher selbst schleifen und polieren und mit historischen Werkzeugen arbeiten. Und wer möchte, kann sich Schmuck und Kunstgegenstände nach eigenen Vorgaben anfertigen lassen. Die Besucher sollen nicht nur in der Dauerausstellung auf ihre Kosten kommen, sondern auch in den Sonderausstellungen. Zum Beispiel in der Jubiläumsausstellung „Bernstein-Metamorphosen“ aus Anlass 20 Jahre International Amber Accociation, Danzig. Gezeigt werden ab 3. Juni im neuen Sonderausstellungsraum 40 Kunstwerke von 20 polnischen Künstlerinnen und Künstlern. Ein Beitrag zum Lutherjahr aus der Region soll mit der Sonderausstellung „Bewegte Zeiten. 500 Jahre Reformation“ geleistet werden. Eröffnet wird die Präsentation am 18. Juni. Wie in vielen anderen Städten, so ging es auch in Ribnitz in der Reformationszeit hoch her, mitunter auch recht handgreiflich. 1526 wurden zwei Anhänger Luthers , die die Priester der Ribnitzer Stadtkirche verspotteten und den Bürgermeister fast zu Tode prügelten, hingerichtet. Und auch die Bauern des Klosterdorfes Klockenhagen begehrten auf. Äbtissin Dorothea konnte sie nur mit Mühe beschwichtigen.

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Edwin Sternkiker

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