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Kultur

Das kulturelle Zentrum in der Darß-Gemeinde Born wächst

Mario Stolle bearbeitet eine Form für die Dämmung der Veranda des Haupthauses der Alten Oberförsterei in Born.

Mario Stolle bearbeitet eine Form für die Dämmung der Veranda des Haupthauses der Alten Oberförsterei in Born.

Born. In einem Schmuckkästchen arbeitet Mario Stolle. Der Tischler dämmt derzeit die Veranda des Hauptgebäudes der einstigen Oberförsterei. Diesen künftigen Leseraum bezeichnet der neue Mitarbeiter des Borner Kurbetriebs als Schmuckkästchen. Das ganze Ensemble mit dem neuen Forst- und Jagdmuseum „Ferdinand von Raesfeld“, der neuen Fachbibliothek für Forst und Seefahrt, dem neuen Domizil für das Darß-Archiv und perspektivisch einem gastronomischen Angebot auf dem Areal sollen einen neuen Anziehungspunkt in dem Boddendorf bilden.

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Die dazu gehörende Naturbühne, auf der die Darß-Festspiele mit den Episoden aus der Ehm Welk’schen Romanvorlage „Die Heiden von Kummerow“ seit Jahren Erfolge einheimsen, trägt ihr Übriges dazu bei, dass auf dem Gelände der Alten Oberförsterei in Born wieder Leben eingezogen ist.

Mitinitiator Holger Becker sieht das Engagement des Boddendorfs auf dem richtigen Weg. Gerade erst hatte die Kommune mit der teilweisen Renovierung des Hauptgebäudes eine Art „gute Stube“ für Einheimische geschaffen, da rannten zumeist Menschen aus der Region den Verantwortlichen der Ausstellung zur Seefahrt und deren Akteuren aus der Region geradezu die Bude ein. Auch die erste Ausstellung in dem längst noch nicht fertig sanierten Hauptgebäude zum Weststrand lockte etliche Besucher, vornehmlich aber Urlauber.

Dokumentation im Vordergrund

Aktuell ist das Schöngeistige auf dem Gelände der Alten Oberförsterei in den Hintergrund getreten. Die Regie führt derzeit Mario Stolle. Er dämmt die Veranda des Hauptgebäudes, steht beim Trockenbau im einstigen Pferdestall zum Umbau zum neuen Domizil des Forst- und Jagdmuseums stets bereit.

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Die mit Blick auf die Einwohnerzahl kleine Kommune in der Region wendet seit Jahren vergleichsweise viel Kraft für die Dokumentation ihrer Vergangenheit auf. Die Bemühungen würden sich laut Holger Becker lohnen. Im Besonderen die Ausstellung zur Seefahrt hat etliche neue Exponate in den Fundus des Darß-Archivs „gespült“. Alte Zeichnungen eines Kapitäns aus der Region, eine originale Seefahrerkiste, aber auch Aufzeichnungen vergangener Tage konnte Holger Becker ins Archiv integrieren.

Im Vergleich mit anderen Kommunen in der Nachbarschaft sei das Darß-Archiv wenigstens einen großen Schritt weiter als andere Einrichtungen dieser Art. Gerade in Ahrenshoop oder Wustrow sei wenig zur Heimatgeschichte zu finden, sagt Holger Becker.

Viele Gäste trotz Corona

Trotz der Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie haben in diesem Jahr rund 5000 Frauen und Männer die Alte Oberförsterei besucht, davon kamen allein rund 1500 Besucher in die erste Sonderausstellung in dem einstigen Hauptgebäude. Zusammen mit den Besuchern der Darß-Festspiele waren im laufenden Jahr gut 13 000 Gäste auf dem Areal. Für die Mehrheit der Gemeindevertreter ist das Anlass genug, die Alte Oberförsterei zu einem kulturellen Zentrum auszubauen.

Mehr als 100 000 Euro hat der Kurbetrieb in diesem Jahr in den Ausbau des einstigen Pferdestalls zum neuen Museumsdomizil investiert. Zuletzt wurde der Estrich gegossen, der aktuell mit der neuen Heizungsanlage ganz vorsichtig erwärmt wird. Elektroleitungen und -anlagen wurden erstellt, der Aufzug installiert. Im kommenden Jahr sollen sich die Investitionen in das kulturelle Zentrum verdreifachen. Allein rund 200 000 Euro werden in die neue Ausstellung gesteckt. Der Rest fließt in weitere bauliche Einrichtungen

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Mit einer Ausstellung zur großen Sturmflut im Jahr 1872, in deren Folge die einzelnen Inseln Fischland, Darß und Zingst aufgrund von Sicherungsmaßnahmen miteinander verbunden und zu einer Halbinsel gemacht wurden, soll die Eröffnung des kulturellen Zentrums erfolgen. Das Ereignis soll auch in den anderen betroffenen Kommunen thematisiert werden, in ganz unterschiedlichen Darstellungsformen.

Jahresabschluss mehrheitlich bestätigt

Gut 270 000 Euro hat der Borner Kurbetrieb im zurückliegenden Jahr erwirtschaftet. Der Jahresabschluss wurde während der jüngsten Zusammenkunft der Borner Gemeindevertretung mehrheitlich bestätigt. Gegen die Vorlage stimmten Klaus-Dieter Holtz (Unsere Heimat Born) sowie Antje Hückstädt (Borner Alternative). Der stellvertretende Bürgermeister Mathias Löttge monierte, dass Aufsichtsratmitglieder ohne stichhaltige Gründe gegen die Aufrechnung des Betriebsleiters gestimmt hätten.

Während der Sitzung wurde Antje Hückstädt per Beschluss unter anderem aus dem Betriebsausschuss abgewählt. Als Grund gilt, dass sie während einer Lesung die drei geschwärzten Sätze aus dem Reportagebuch „#Heimatsuche – In 80 Tagen durch Mecklenburg-Vorpommern“ des Autors Steffen Dobbert vorgelesen hat. Ohne konkret zu werden, hatte Scharmbergs Stellvertreter im Vorfeld der Sitzung über weitere Gründe einer möglichen Abwahl gemutmaßt.

Von Timo Richter

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