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Das Stadtarchiv in Ribnitz-Damgarten hilft bei Ahnenforschung

Stadtarchivarin Jana Behnke konnte schon vielen Familienforschern helfen.

Stadtarchivarin Jana Behnke konnte schon vielen Familienforschern helfen.

Ribnitz-Damgarten. Familienforschung erfreut sich großer Beliebtheit. Das kann auch die Ribnitz-Damgartener Stadtarchivarin Jana Behnke beobachten. Diejenigen, die zu ihr ins Kloster 3 kommen, sind allerdings höchst unterschiedlich vorbereitet. „So mancher, der an die Tür des Stadtarchivs klopft, hat nicht mehr als einen Namen seines Vorfahren“, berichtet sie. Andere hätten bereits beeindruckend viel Material zusammengetragen.

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In der Regel seien es eher ältere Menschen, die sich auf Verwandtschaftssuche begeben. Aber es gebe durchaus auch jüngere Familienforscher, erzählt die Stadtarchivarin weiter. So komme seit zwei Jahren ein 17-jähriger Gymnasiast immer wieder zu ihr ins Archiv, der zu den Wurzeln seiner Familie in Ribnitz und umliegenden Orten forscht und dafür bereits viel Zeit und einen nicht unerheblichen Teil seines Taschengeldes für Kopien aufwendet.

Immer mehr Anfragen aus Brasilien

Zahlreiche Anfragen gebe es auch aus dem Ausland, erläutert Jana Behnke weiter. In der letzten Zeit seien es immer häufiger Brasilianer, die sich auf Spurensuche begeben. Es seien Nachkommen von Deutschen, die vor allem im 19. Jahrhundert auf der Suche nach einem besseren Leben nach Brasilien auswanderten. Dass sie sich jetzt verstärkt melden, habe damit zu tun, dass ein nicht geringer Teil von ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben möchte.

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Gibt es einen Satz, den sie von Familienforschern besonders häufig zu hören bekommt? „Oh ja, den gibt es“, erzählt Jana Behnke. „Und der lautet: ’Hätte ich doch mal meine Oma oder meinen Opa gefragt’“. Auch dann, wenn die Familienforscher kaum über Informationen verfügen, kann ihnen die Stadtarchivarin oft helfen. Eine besonders wichtige Quelle ist dabei das Standesamtsregister. Mit der Reform des Personenstandsrechts 2009 ist ein Teil der seit 1874 bzw. 1876 geführten Register der Geburten, Hochzeiten und Todesfälle Archivgut geworden und damit für die wissenschaftliche und genealogische Forschung nutzbar. Im Stadtarchiv Ribnitz-Damgarten lagern die Register der Standesämter Ribnitz, Damgarten, Ribnitz-Damgarten, Tempel, Semlow, Daskow, Schlemmin und Ahrenshagen.

Mindestens einmal in der Woche Post von Erbenermittlern

Zudem verfügt das Archiv über eine Reihe von Schülerverzeichnissen Ribnitzer und Damgartener Schulen, Klassenbücher sind ab den 1960er Jahren fast vollständig verfügbar. Das Schülerverzeichnis der Stadtschule und der Landschule Damgarten reicht von 1879 bis 1944, einige Lücken gibt es für die 1930er-Jahre. Auch in diesen Schülerverzeichnissen können Familienforscher fündig werden, erzählt Jana Behnke. Sie enthalten nicht nur Angaben darüber, wann der Schüler in die Schule aufgenommen wurde bzw. diese abschloss, sondern auch Informationen über deren Familie.

Sehr oft finden sich Verweise darauf, dass die Familie weggezogen ist. Besonders häufig wird Hamburg als Ziel genannt. Nicht wenige zog es weiter weg, so die Familie des Schiffers Schoof. Sie verließ Damgarten 1892 in Richtung Amerika. „Es ist schon erstaunlich, wie groß die Mobilität der Menschen im 19. und 20. Jahrhundert war“, sagt Jana Behnke. „Sehr oft standen dahinter wirtschaftliche Zwänge.“ Eine gute Quelle für Familienforscher ist auch das Kommunal-Steuerheberegister für Ribnitz. Das wurde von etwa 1840 bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges geführt. Jana Behnke: „Mit dessen Hilfe lässt sich sehr genau nachvollziehen, wer wann in welchem Haus wohnte.“

Zu denen, die immer häufiger die Hilfe des Stadtarchivs Ribnitz-Damgarten in Anspruch nehmen, gehören auch Erbenermittler. Sie treten oft dann in Aktion, wenn im Todesfall keine Erben da sind, die Anspruch auf den Nachlass stellen. „Mindestens einmal in der Woche bekomme ich von Erbenermittlern Post mit entsprechenden Anfragen. Dann heißt es, sich durch die Geburts-, Heirats- und Sterbeakten zu wühlen, um Verwandte ausfindig zu machen, die erbberechtigt sind“, berichtet Jana Behnke abschließend.

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