Schule

Engagement-Preis für Barther Schüler

Carmen und Adrian (beide 15) wiegen Mangold ab. Schulleiterin Liane Schöpa packt mit an.

Carmen und Adrian (beide 15) wiegen Mangold ab. Schulleiterin Liane Schöpa packt mit an.

Barth. Ein Preis für zwei Schulen: Die Barther Förderschule „Jan-Amos Komensky“ sowie der Gymnasialteil des Barther Schulzentrums wurden am Freitagabend von der Ehrenamtsstiftung MV in Wismar für das gemeinsame Projekt „Gemüsekiste“ mit dem Sonderpreis „Engagement macht Schule“ ausgezeichnet. Neben den beiden Barther Schulen hat auch die Freie Schule Rerik diesen Sonderpreis erhalten. In den Schulen werde gesellschaftliches Engagement mit fachlichem Lernen im Schulunterricht verbunden.

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Die Sieger werden von der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern zu einer zweitägigen Reise nach Berlin eingeladen. „Wir freuen uns, dass wir gewonnen haben“, erklärte die Schulleiterin der Förderschule, Liane Schöpa. Die Schüler beider Schulen seien mit Begeisterung dabei und es sei schön, dass dieses Engagement gewürdigt werde.

Eigenes Gemüse für die „Kochmützen“

2017 sei der Schulgarten der Förderschule auf Wunsch der Jugendlichen erweitert worden. Die Schülerfirma, die nicht nur die Schüler bekocht, habe immer mehr Catering-Aufträge erhalten. „Sie haben den Wunsch geäußert, dass es toll wäre, wenn sie nicht nur Kräuter aus dem eigenen Garten verwenden könnten, sondern auch Gemüse“, berichtet die Schulleiterin.

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In Kooperation mit der „Gemüseakademie“ und zahlreichen Unterstützern sei der Garten auf rund 350 Quadratmeter erweitert worden. Kollegen wurden fortgebildet und auch die Schüler bekamen Unterricht, wie man einen Garten ökologisch bewirtschaftet. Eng mit eingebunden in das Projekt seien auch die Schulsozialarbeiterinnen der beiden Schulen.

Ein Beet pro Klasse

Jede Klasse erhielt ein Beet, auf dem vor allem alte Gemüsesorten, wie Mangold oder Palmkohl, angebaut werden. Schnell wurde klar, dass die Schüler das ganze Gemüse nicht verwerten können. „2017 war ein sehr gutes Erntejahr“, berichtet die Schulleiterin Liane Schöpa. So entstand die Idee, das Gemüse auch an die Barther Tafel abzugeben und an Kunden zu verkaufen. Das Projekt „Gemüsekiste“ entstand. Für die Vermarktung und das Marketing holten sich die Förderschüler die Gymnasiasten mit ins Boot. Die Schüler schreiben unter anderem im Internet einen Blog über das Projekt, in dem sie über die Arbeit im Garten informieren. Zudem wurden Bodenproben entnommen und untersucht.

Während die Beete von allen rund 90 Förderschülern gepflegt werden, kümmern sich um die Gemüsekisten drei Schüler – Adrian, Carmen und John. Und die sind mit großem Elan dabei. Einmal in der Woche werden die Gemüsekisten gepackt und dann von den Käufern, zu denen auch Restaurants und Cafés zählen, abgeholt. Kleinere Bestellungen werden in Papiertüten verpackt. Die Arbeit im Schulgarten macht den Jugendlichen sichtlich Spaß. „Vor allem das Ernten ist super“, sagt Carmen. „Alles ist ganz natürlich und gesund. Hier werden keine Chemikalien verwendet“, fügt Adrian hinzu.

Beete werden winterfest gemacht

Und auf die beiden warten auch schon neue Aufträge. Adrian und Carmen schauen auf die Bestellzettel. „Wir brauchen 1,5 Kilo Kartoffeln“, sagt die 15-Jährige und holt die Waage heraus. Ihr Mitschüler packt die abgewogenen Kartoffeln in eine Papiertüte. Auf einem zweiten Zettel steht Mangold. „Die müssen wir jetzt erst einmal ernten“, sagt Carmen, holt ein Messer und legt los.

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Der Schulgarten ist fast abgeerntet. Ein paar Kürbisse, Tomaten, Kartoffeln, etwas Rote Beete und Mangold sind noch da. Doch auch nach der Ernte gibt es für die Schüler noch viel zu tun. „Die Schüler säen Wintergemüse, unter anderem Spinat, aus. Die Beete müssen winterfest gemacht werden und die Gartengeräte müssen gepflegt werden. Es gibt immer etwas zu tun“, sagt die Schulleiterin.

Mehr zum Thema: Drittbeste Schülerfirma Deutschlands, "Gemüseackerdemie" startet an Barther Schule

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Von Anika Wenning

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