Born

Rücktritt wegen Amtsführung

Antje Hückstädt an ihrem Arbeitsplatz im Darß-Museum in Prerow.

Antje Hückstädt an ihrem Arbeitsplatz im Darß-Museum in Prerow.

Born. Antje Hückstädt hat ihr Mandat als Gemeindevertreterin in Born (Vorpommern-Rügen) niedergelegt. Die Vertreterin der Borner Alternative hat den Schritt in einer persönlichen Erklärung zum Ende des öffentlichen Teils der Sitzung der Gemeindevertretung am Dienstag begründet. Ihre Vorstellungen von ehrlicher Politik, die sich an die Regeln der Kommunalverfassung hält, „lassen sich mit der Art und Weise der Amtsführung von Bürgermeister Gerd Scharmberg nicht vereinbaren“. Das weitere Ausüben des Ehrenamtes „halte ich unter solchen Bedingungen für unzumutbar“, sagte sie.

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Fehlendes Vertrauen

Seit 2009 ist die 54-Jährige gewähltes Mitglied in der Borner Gemeindevertretung. Besonders am Herzen liegt ihr eigenen Worten zufolge die Verbesserung der dörflichen Infrastruktur zugunsten des Gemeinwohls. In diesem Zusammenhang verweist Antje Hückstädt auf „eine ganze Reihe an ruinösen Gebäuden“.

Dass nicht immer alle Gemeindevertreter einer Meinung seien, verstehe sich von selbst. In Born sei in den vergangenen Jahren eine für sie nicht mehr zumutbare Situation entstanden. Die Leiterin des Darß-Museums in Prerow vermisst einen respektvollen Umgang und sachbezogene Diskussionen in der Gemeindevertretung. Die gemeinsame Suche nach besten Lösungen durch den Austausch von Argumenten hält Antje Hückstädt in Born derzeit nicht mehr für möglich – „und es fehlt mir das Vertrauen darauf, dass es mit dem Bürgermeister Gerd Scharmberg überhaupt möglich wäre“.

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Als Nachrücker kommt der ehemalige Bürgermeister Klaus Gente in Frage. Noch steht aber eine Zustimmung aus, ob er die Nachfolge Antje Hückstädts antreten will.

Keine Ermittlungen gegen Scharmberg

Bürgermeister Gerd Scharmberg (Bürger für Born) nahm die Erklärung zur Kenntnis und dankte Antje Hückstädt für deren Arbeit. Dann allerdings verlas er eine eigene Stellungnahme. Dabei handelte es sich um Aussagen der Polizei zu 17 Punkten, mit denen Klaus-Dieter Holtz (Borner Alternative) einen Strafantrag gegen den Bürgermeister wegen des Verdachts der Untreue begründet hatte. In keinem Fall, zitierte Scharmberg, seien Ermittlungen aufgenommen worden. Zum Teil seien die Vorwürfe gegen ihn von der Polizei als aus der Luft gegriffen dargestellt worden, andere vermeintliche Handlungen lägen soweit zurück, dass selbst im Falle eines falschen Handelns schon vor Jahren die Verjährung eingetreten wäre. Mit Blick auf die gerade eben zuvor verlesene Erklärung Hückstädts sagte Scharmberg „das ist das, was das Verhältnis in Born so sehr vergiftet“. Die scheidende Gemeindevertreterin widersprach. Sie habe mit der Anzeige überhaupt nichts zu tun.

Über die vorgesehene Abwahl von Albrecht Kiefer und Klaus-Dieter Holtz (beide Borner Alternative) aus dem Betriebsausschuss wurde nicht entschieden. Beide hatten sich am Sitzungstag für die Teilnahme an der Zusammenkunft entschuldigt. Daraufhin beantragte der Bürgermeister, diese beiden Tagesordnungspunkte für die Sitzung am Dienstagabend zu streichen.

Timo Richter

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