Prerow

Windmühlengeschichte im Darß-Museum Prerow

Museumsleiterin Antje Hückstädt mit einer Mehltüte neben Roland Stapel, Mühlenwart in Woldegk, vor dem Gemälde „Windmühle“ von Carl Malchin (Reproduktion Kunstmuseum Ahrenshoop).

Museumsleiterin Antje Hückstädt mit einer Mehltüte neben Roland Stapel, Mühlenwart in Woldegk, vor dem Gemälde „Windmühle“ von Carl Malchin (Reproduktion Kunstmuseum Ahrenshoop).

Prerow. Windmühlen widmet sich die Autorin Ulla Freitag in ihrem Buch „Von Hufen, Höfen und Hausbäumen auf dem Fischland“. Sie unternimmt bei ihren Recherchen auch einen „Ausflug“ nach Dändorf zu Müllermeister Jürgen Kriegsheim, der letzte Besitzer der 1959 abgebrannten Erd-Holländermühle. Nun zeigt das Darß-Museum Prerow (Vorpommern-Rügen) eine Ausstellung zum Thema „Windmühlen am Meer“. Museumsleiterin Antje Hückstädt eröffnete am Sonnabend im Kaminzimmer die Schau. Sie sagte: „Wir möchten einen Impuls geben für die Erforschung der Mühlengeschichte. Von einst 20 Mühlen gibt es nur noch drei.“

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Ausstellung

Geöffnet bis 5. August, dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr

Anhand historischer Postkarten und Gemälde erhält der Besucher erstmals einen Überblick vom einstigen Windmühlenbestand auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Auf 14 Tafeln sind die Mühlen von West nach Ost abgebildet und porträtartig beschrieben, beginnend mit der Kriegsheim-Mühle in Dändorf, Baujahr 1847.

Ausstellung mit Seltenheitswert

Extra aus Schwerin angereist war Lothar Wilken, Vorsitzender vom Landesmühlenverein Mecklenburg-Vorpommern. Er sagte: „Das ist ein außerordentliches Ereignis heute, weil es solche Ausstellungen über Mühlengeschichte selten gibt.“ Roland Stapel, Mühlenwart in Woldegk, nahm die Besucher mit seinem Vortrag mit zu den Mühlen seiner Stadt und warb für einen Besuch, denn immerhin stehen von ehemals sieben noch fünf Mühlen in Woldegk.

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Mühlen prägten im 19. Jahrhundert die Silhouetten vieler Dörfer und Ackerbürgerstädte und waren fest mit den Bauerngehöften verbunden. Zahlreiche Künstler wählten Mühlen für ihr Bildmotiv. So wie Carl Malchin, der mit seinem Gemälde „Windmühle“ zugleich eine Dorfgeschichte erzählt. In einer Vitrine liegt aufgeschlagen das kostbare Buch „Ahrenshoop“, veröffentlicht 1963. Auch darin ist ein Mühlenbild von Malchin abgebildet. Aufgrund dieser Arbeiten kann man sich ein anschauliches Bild der Landschaft machen, wie sie 1891 beschaffen war.

Eine ausgelegte Mahlkarte, datiert am 18. Februar 1920, vom Müller Heinrich Dobbertin kündet vom strengen Regime seiner Zeit. Besonderer Blickfang ist eine Tuschezeichnung vom 13-jährigen Willy Ewert, der 1916 aus dem Schulfenster der heutigen Arche „Die Mühle am Bodden in Wieck auf dem Darß“ malte.

Elke Erdmann

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