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Ahrenshagen-Daskow

Windpark-Betreiber will durchs Hintertürchen

Etwa 20 Anwohner demonstrierten am Dienstagabend vor dem Amtsgebäude in Ahrenshagen gegen die Windpark-Pläne.

Etwa 20 Anwohner demonstrierten am Dienstagabend vor dem Amtsgebäude in Ahrenshagen gegen die Windpark-Pläne.

Ahrenshagen-Daskow. Demonstranten und Betreiber stehen sich im Amt Ahrenshagen-Daskow (Vorpommern-Rügen) hartnäckig gegenüber. Die bayrische Firma Jade-Naturenergie, die einen Windpark zwischen Prusdorf und Gruel errichten möchte, beharrt auf ihren Plänen, obwohl die regionale Raumordnung diese bereits ablehnte (die OZ berichtete).

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Am Dienstagabend stellten drei Jade-Mitarbeiter ihr Projekt ein weiteres Mal den Gemeindevertretern vor und machten nicht den Anschein, dass sie von diesem abrücken werden, sondern zeigten sich optimistisch, eine Genehmigung zu bekommen. Drei Windkraftanlagen mit einem Rotordurchmesser von bis zu 124 Metern sollen auf dem Feld entstehen.

Paragraph 35

Die Bamberger versuchen über ein Hintertürchen, nämlich über den Paragraphen 35 des Baugesetzbuches, ihren Windpark durchzusetzen. Dieser besagt nämlich, dass der Bau von Windenergieanlagen im Außenbereich einer Gemeinde zulässig ist, wenn „öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist und wenn es der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung der Wind- oder Wasserenergie dient“.

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Doch ein Großteil der Bevölkerung, der Bürgermeister und die Mehrheit der Gemeindevertreter sind gegen den Windpark. Sie wollen nun prüfen, inwieweit sie sich gegen die Pläne wehren können. Das Land, auf dem der Park entstehen soll, gehört zum größten Teil einem Mann aus Hamburg. „Keiner will die Windanlage, darin sind wir uns einig. Wir wollen, dass sich mehr Familien mit Kindern in unserer Gemeinde ansiedeln und diese nicht mit Windrädern abschrecken“, sagt Bürgermeister Hagen Oehlckers. „Doch es gibt leider Sachen, gegen die wir uns nicht wehren können.“ Er wolle den Anwohnern nichts verheimlichen und schon gar nichts im stillen Kämmerlein beschließen. Nun warten Gemeindemitglieder und Anwohner gespannt darauf, was der neue Raumordnungsplan besagt, der am 16. Mai öffentlich gemacht wird.

150000 Euro jährlich

Bei all dem Protest gegen den Windpark, würde er allerdings auch große finanzielle Vorteile mit sich bringen, die die Gemeindevertreter nicht von der Hand weisen können. Etwa 150 000 Euro würde der Windpark jährlich in die klamme Gemeindekasse wehen – und das in den kommenden 25 Jahren.

Eine Tatsache, die vor allem der stellvertretende Bürgermeister Olaf Stietzel betont und für die Mitglieder im Finanzausschuss spricht: „Wir brüten über unserer desolaten Finanzlage und müssen mittlerweile überlegen, ob wir uns überhaupt noch eine neue Tür für den Kindergarten oder Ausrüstung für die Feuerwehr leisten können. 150 000 Euro im Jahr sind eine Menge Geld.“ Geld um neue Rad- und Gehwege zu bauen, benötige die Gemeinde dringend, bestätigt auch der Bürgermeister: „Es ist ein zweischneidiges Schwert. Wir müssen erst einmal abwarten.“

Anwohner Alexander Tiesler bezeichnet das Windpark-Projekt als „gierigen Investitions-Kapitalismus“. Am Rande eines Naturschutzgebietes dürfe kein Windpark entstehen. „Eine teure Fischtreppe wurde gebaut und der Naturschutz betont, das passt nicht zum Bau der 200 Meter hohen Windräder.“ Die Anwohner sorgen sich wegen der Schlagschatten, Lärmbelästigung und dem nicht erforschten Infraschall.

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 Carolin Riemer

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