Lietzow

Asbest wild in Rügener Naturschutzgebiet entsorgt

Im Naturschutzgebiet Wostevitzer Teiche luden bisher unbekannte Täter eine größere Menge Asbest-Material ab.

Im Naturschutzgebiet Wostevitzer Teiche luden bisher unbekannte Täter eine größere Menge Asbest-Material ab.

Lietzow. Martin Sorge traute seine Augen nicht, als er am vergangenen Wochenende über eine Wiese in der Nähe der Wostvitzer Teiche nördlich von Lietzow spazierte. „Da sahen wir am Rand eines Ackers einen große Haufen Asbest-Platten liegen.“ Wenige Schritte weiter habe er eine zweite Ladung mit Bauschutt in unmittelbarer Nähe eines Seeadlerhorsts gesehen. „Das wurde frisch abgekippt in die Natur“, glaubt er. Dabei liege ein Recyclinghof kaum 300 Meter entfernt.

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 „Das ist eine Riesen-Sauerei“, sagt auch Sabine Bath. Der Tatort läge zudem auch noch innerhalb des Naturschutzgebiets „Wostervitzer Teiche“, weiß die Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Rügen. Es handele sich um etwa drei bis vier Kubikmeter Asbest-Material, schätzt sie.

Straftat kann mit Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren geahndet werden

Bei besagtem Recyclinghof hätten die Täter allerdings kein Asbest entsorgen können. Der braucht eine Sonderbehandlung. Die Platten müssen in spezielle Säcke, „Big Bags“ genannt, verpackt werden, die je nach Größe etwa 10 bis 30 Euro kosten. Die Säcke lassen sich gut verschließen, so dass keine Fasern austreten können. Für die anschließende Entsorgung stellt die Firma Nehlsen in Samtens 97,44 Euro je angefangener Tonne in Rechnung.

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Die Naturschutzbehörde des Landkreises nimmt nun gemeinsam mit der Polizei die Ermittlungen auf. Zunächst werde mit dem Eigentümer oder Pächter der Flächen gesprochen. Mario Ullrich von der Polizei in Bergen weist darauf hin, dass es sich im vorliegenden Fall nicht um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Vielmehr stelle die wilde Entsorgung gesundheitsgefährdender Stoffe eine Straftat dar, die mit Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren geahndet werden könne.

Falls Spaziergänger oder Anwohner die Taten beobachtet haben, nehmen die Behörden sachdienliche Hinweise, die der Aufklärung dienen, unter der Telefonnummer 03838 / 81 00 entgegen.

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