Lesermeinung

Rügener Robbe im Strelasund: „Warum kann man sie nicht einfach in Ruhe lassen?“

Die Robbe von Altefähr in einer Nahaufnahme.

Die Robbe von Altefähr in einer Nahaufnahme.

Stralsund/Altefähr. Seit Juni hält sich eine Robbe im Strelasund auf und scheint die Scheu vor den dort badenden Menschen verloren zu haben. Vergangene Woche schwamm das Tier einem 82-jährigen Badegast hinterher. Die Strandbesucher von Altefähr auf der Insel Rügen zeigten sich entzückt von der Robbe, die sich gerne am Strand sonnt oder sich im Hafen zwischen den Booten herumtreibt.

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Die Leserinnen und Leser der OSTSEE-ZEITUNG sind dagegen von der Anwesenheit der Robbe gar nicht begeistert, sie fürchten um das Leben des wilden Meeresbewohners. "Warum kann man dieses Tier nicht in Ruhe lassen? Soll es so enden wie bei dem Walross Freya, das letztendlich getötet wurde, weil Leute nicht auf Warnungen gehört haben?", fragt Beatrix Kühne auf Facebook. Sie sieht Parallelen zu dem Tier in Oslo, welches in den vergangenen Wochen immer wieder aufgetaucht war und sich auch dort zu einer Sommerattraktion für Touristen entwickelt hatte.

„Ich finde keine Worte dafür, wie traurig mich das macht“

Schaulustige waren trotz mehrfacher Warnungen der Behörden zu dem Walross ins Wasser gesprungen oder kamen ihm mit Kindern sehr nahe, um Fotos zu machen. Die Fischereidirektion ließ das Tier aus Sicherheitsbedenken am Sonntag einschläfern, was bei unseren Lesern für Entrüstung sorgte.

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"Unglaublich, was man wegen der Dummheit und Ignoranz der Menschen alles macht. [...] Es macht mich wütend und traurig, was da passiert ist. Ich finde keine Worte dafür, wie traurig mich das macht...", schreibt dazu Olga Olgi Wittke-Bernicke.

Unter unseren Leserinnen und Lesern ist deshalb die Sorge groß, dass sich die Geschichte aufgrund von unvorsichtigen Strandbesuchern und Schaulustigen auch mit der Rügener Robbe wiederholt. Sie appellieren, das Tier nicht weiter zu behelligen. "Wie wäre es denn damit, einfach mal das Tier in Ruhe zu lassen?" wird immer wieder gefordert. Robert Pützschler hält das allerdings für unwahrscheinlich: "Das bekommen gewisse Leute einfach nicht hin. Aber wenn was passiert, rennen die dann zuerst zum Direktor", kommentiert er.

„Wo nur das beste Selfie zählt...“

Auch die Facebook-Userin Bee Dee glaubt nicht an das verantwortungsvolle Handeln von Schaulustigen: "Ein Teil der Menschen hat noch das Verständnis dafür, dass es sich um ein Wildtier handelt. Den Kindern kann man lediglich den Vorwurf machen, dass ihre Eltern zu wenig dafür getan haben, ihnen beizubringen, nicht zu nah an Wildtiere heranzugehen respektive zu schwimmen. Dem Rest: Wo nur das beste Selfie zählt, ist ohnehin alle Erklärung von Sachverhalten zum Scheitern verurteilt. Man wünscht der Robbe, dass sie bald ihrer Wege schwimmt."

Weniger Sorgen macht sich Stephan Stork. Er sieht so etwas nicht zum ersten Mal und hat seine eigene Idee davon, was die Tiere sich wohl bei ihren Begegnungen mit den Schwimmern denken: "Auf Helgoland passiert das öfter, dass man mit einer Robbe in der Nordsee badet. Oft bemerken die Seehunde oder Kegelrobben den Menschen zuerst. Vielleicht fragen sie sich dann, ob diese Paddelei schwimmen sein soll?"

Von Finn Loose

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