Sagard-Gummanz

Von Dänemark nach Rügen - Erdgeschichte als Exportschlager

Im Kreidemuseum Gummanz auf Rügen wird am 24. März 2018 die neue Sonderausstellung eröffnet. Im Mittelpunkt stehen die Geschiebe, die aus dem heutigen Dänemark bis nach Rügen vorgedrungen sind.

Im Kreidemuseum Gummanz auf Rügen wird am 24. März 2018 die neue Sonderausstellung eröffnet. Im Mittelpunkt stehen die Geschiebe, die aus dem heutigen Dänemark bis nach Rügen vorgedrungen sind.

Sagard-Gummanz. Faxe? Das kennt man doch irgendwoher? Manfred Kutscher schmunzelt. Die winzige Kleinstadt auf der dänischen Insel Seeland ist weltweit durch ihre Brauerei bekannt geworden. Dabei exportiert man von dort nicht nur Bier, sondern auch Erdgeschichte. „Viele Fossilien, die wir heute an Rügens Küsten finden, stammen aus Dänemark“, sagt der Fachberater des Kreidemuseums in Gummanz. Am Sonnabend wurde dort eine neue Sonderausstellung eröffnet, die sich den aus Dänemark stammenden Überresten der Eiszeit widmet.

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Damit knüpfen die Gummanzer Museumsbetreiber nahtlos an die Sonderschau des vergangenen Jahres an, die ebenfalls unter dem Hauptthema „Die Herkunftsgebiete unserer Geschiebe“ stand. 2017 ging es um das von Bornholm stammende Gestein. In diesem Jahr werden die dänischen Inseln Møn sowie die Küste von Stevns Klint und der Kreidebruch von Faxe auf Seeland im Mittelpunkt stehen.Auf den ersten Blick mag das wenig Überraschungen versprechen. „Die Kreide auf Rügen, Møn und Stevens sind annähernd die gleichen“, sagt Kutscher. Doch bei näherer Betrachtung der jüngeren Feuersteine von Stevns Klint zum Beispiel werden Unterschiede deutlich. Das Exemplar in einer der Vitrinen ist rubbelig und rauh, ganz anders als der Feuerstein, den man üblicherweise auf Rügen findet. Es handelt sich um Moostierchen, um Versteinerungen, die durch die Eisbewegungen aus Richtung Dänemark bis nach Rügen transportiert und mit dem Rückzug des Eises hier „liegengelassen“ wurden. Auch versteinerte Krabben, Korallen und Krebsreste sind so von Stevns Klint, dem heutigen Kreideufer einer Halbinsel auf Seeland, bis zu uns gekommen.

BBC-Kurzfilm zeigt Ende des Dino-Zeitalters

Was aus welcher erdgeschichtlichen Epoche stammt, ist auch für Laien leicht verständlich. Während an der Küste von Stevns Klint eine deutlich erkennbare Tonschicht die Grenze zwischen der Kreidezeit und dem auch Tertiär genannten Paläogen markiert, stellt in der Ausstellung ein zwischen den jeweiligen Vitrinenreihen gezeigter BBC-Kurzfilm über das Ende der Dino-Ära und den Siegeszug der Säugetiere den Übergang dar. Die eigentlichen Exponate wurden größtenteils an den Rügener Küsten gefunden, so Kutscher„Durch den Eistransport können wir den Dänen und Schweden aus geologischer Sicht manchmal sagen, was sie auf ihrem Territorium mal hatten und heute zum Teil dort gar nicht mehr finden.“

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Andererseits erfreuen sich an diesem eiszeitlichen Gesteins-Export zahlreiche private Sammler. Dichtes Gedränge herrschte am Sonnabend bei der Eröffnung der neuen Sonderschau. Einer der vielen Gäste, die die Exponate bestaunten, war Uwe Kankel. Jahrzehntelang hat der frühere Insulaner in seiner Heimat Fossilien gesammelt. Ein Teil seiner Fundstücke ist im Seefahrerhaus in Sellin zu sehen. Mittlerweile lebt der Seedorfer in Kiel. Die Verbindung zur Heimat lässt er aber nicht abreißen, nicht allein wegen der reichen Fossilienvorkommen. Diesmal hatte er den Rügen-Besuch so gelegt, dass er zur Ausstellungseröffnung dabei sein konnte.

Uwe Kankel ist einer von vielen Stammgästen, die die europaweit einmalige Einrichtung in Gummanz bei Sagard hat. „Einige Rügen-Fans kommen wieder auf die Insel und verbinden den Urlaub mit einem Besuch bei uns“, weiß Manfred Kutscher. Die Leute wollten in der Ausstellung immer wieder Neues entdecken. Deshalb habe man von Beginn an auf solche Sonderschauen gesetzt. „Es ist mittlerweile die achte in den zwölf Jahren unseres Bestehens.“

Maik Trettin

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