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Stralsund

Flüchtlinge sollen Vorpommern freiwillig verlassen

Mohamed Traore Khairou aus Mauretanien darf wahrscheinlich nicht in Deutschland bleiben. Er lässt sich deshalb von Antje Hübner über eine freiwillige Rückreise in sein Heimatland beraten.

Mohamed Traore Khairou aus Mauretanien darf wahrscheinlich nicht in Deutschland bleiben. Er lässt sich deshalb von Antje Hübner über eine freiwillige Rückreise in sein Heimatland beraten.

Stralsund.Der Landkreis Vorpommern-Rügen will Flüchtlinge verstärkt davon überzeugen, freiwillig in ihre Heimatländer zurückzukehren. Antje Hübner ist seit Anfang Januar die erste hauptamtliche Rückkehrberaterin. „Wir wollen so eine Abschiebung vermeiden und den Menschen eine würdevolle Ausreise ermöglichen“, sagt sie.

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Abschiebungen scheitern, weil die Leute einfach verschwinden

Der Landkreis setzt große Hoffnungen in dieses Programm. Denn obwohl im Schnitt zwischen 400 und 500 Ausländer in Vorpommern-Rügen ausreisepflichtig sind, erfolgten im gesamten Jahr 2017 nur etwa 30 Abschiebungen. „Etliche Abschiebungen scheitern, weil Leute einfach verschwinden, sie sich verletzen, Theater am Flughafen machen oder Kinder bei Nachbarn unterbringen“, sagt die Fachdienstleiterin für Ausländer- und Asylrecht beim Kreis, Manila Gleisberg.Im Zentrum der Bemühungen stehen deswegen jene Menschen, die ausreisepflichtig sind, weil ihr Asylverfahren abgeschlossen ist und alle Rechtsmittel gegen den negativen Bescheid erschöpft sind. „Daneben gibt es eine erhebliche Anzahl von Menschen, die auch ohne Ablehnung ihres Antrags in ihre Heimat zurückkehren wollen, aber nicht wissen, wie“, sagt Beraterin Antje Hübner.

Rückkehrer können Geld für Reparatur ihres Hauses bekommen

Freiwillige Rückkehrer können Unterstützung vom deutschen Staat bekommen. Dazu zählen die Übernahme der Transportkosten, ein Taschengeld sowie Starthilfe im Heimatland. Das kann ein Bewerbungscoaching sein, eine Anschubfinanzierung für eine Existenzgründung oder Hilfe bei dem Wiederaufbau des eigenen Hauses. Beraterin Antje Hübner kümmert sich um einen reibungslosen Übergang. „Ich suche nach Hilfsorganisationen in den jeweiligen Heimatländern, die die Menschen am Flughafen empfangen.“ Insgesamt sei dieser Weg günstiger als eine Abschiebung, für die beispielsweise Kosten für Sicherheitspersonal und medizinische Betreuer anfallen.

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    Alexander Müller

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