Stralsund

Unter Segeln über den Atlantik

Samer Shehadeh (l.) und Thomas Hunfeld aus Stralsund haben mit der „Thusnelda“ den Atlantik überquert.

Samer Shehadeh (l.) und Thomas Hunfeld aus Stralsund haben mit der „Thusnelda“ den Atlantik überquert.

Stralsund. 2917 Seemeilen - dann hatten sie ihr Ziel erreicht. Die Stralsunder Thomas Hunfeld und Samer Shehadeh haben an der Regatta „Transquadra“ teilgenommen und den Atlantik überquert.

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Am 11. Februar waren die beiden Hansestädter von Quinta de Lorde auf Madeira zur zweiten Etappe der „Transquadra“ gestartet. Mit der „Thusnelda“, einem 9,60 Meter langen Boot des Typs JPK 960, hatten sich die Segler auf den Weg gemacht. Nach 20 Tagen erreichten sie abgekämpft, aber glücklich das Ziel - fünf Stunden, bevor die Ziellinie geschlossen wurde

Start mit Hindernissen

Die Bedingungen bei der Regatta waren alles andere als günstig. Angefangen damit, dass Thomas Hunfeld grippegeschwächt an den Start ging, spielte teilweise die Technik nicht mit, wurde Samer Shehadeh seekrank und war das Wetter alles andere als angenehm. „Es war insgesamt eher ungewöhnlich“, erklärt Samer Shehadeh. „Wir hatten uns auf einen beständigen Passatwind gefreut, doch von diesem Gedanken mussten wir uns schnell verabschieden.“ Viel Wind aus den unterschiedlichsten Richtungen forderte von den Seglern viel ab. „Außerdem müssen wir nüchtern analysieren, dass wir segeltechnisch mangelhaft vorbereitet waren“, stellt Thomas Hunfeld klar. „Der Atlantik ist nun mal ein anderer Schnack, in allen Belangen. Uns fehlte das Training auf so einem Gewässer.“

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Den Augenblick genießen

Doch sie kämpften sich durch, fanden immer mehr Vertrauen in sich selbst und trauten sich mehr zu. Trotz allem gerieten sie an ihre Grenzen - mental und körperlich. „Der Schlafmangel setzt einem ordentlich zu“, erklärt Thomas Hunfeld. Der Tagesrhythmus, die selbst gewählten Rituale des Alltags haben sie aufrecht gehalten. „Wir haben versucht, den Moment besonders zu genießen“, sagt Samer Shehadeh. Denn es sei ihnen bewusst, dass sehr viele Menschen direkt und indirekt daran beteiligt waren, dass sie sich diesen Traum erfüllen konnten. „Und dafür sind wir sehr dankbar.“

Was sie außerdem gepusht habe, waren die Nachrichten von Freunden und Familie. „Das kann man nur schwer beschreiben. Aber wenn du auf dem riesigen Atlantik mutterseelenallein mit deinem Boot unterwegs bist, dann kann eine Mail von zu Hause unglaubliche Energie freisetzen“, sagt Thomas Hunfeld.

Mittlerweile sind die beiden schon längst wieder in ihrem Alltag am Sund angekommen. Doch die Erfahrungen, die sie gemeinsam auf dem Atlantik gesammelt haben, wirken bei beiden nach.

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Miriam Weber

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