Tod bei der Arbeit

2018 starben in MV elf Menschen bei Arbeitsunfällen

Im November 2018 war eine Arbeitsplattform an einem Kühlturm in Rostock abgestürzt. Ein Mann kam dabei ums Leben.

Im November 2018 war eine Arbeitsplattform an einem Kühlturm in Rostock abgestürzt. Ein Mann kam dabei ums Leben.

Rostock. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Gerade im Baugewerbe müssen Arbeitgeber und Beschäftigte genau darauf achten, dass gravierende Fehler vermieden werden. Hier häuften sich tödliche Unfälle in MV. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mit. Damit blieb die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle auf dem Niveau der Vorjahren.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Insgesamt erreichten das Amt 70 Mitteilungen über besonders schwere Unfälle bei der Arbeit, dabei wurden 53 Beschäftigte schwer verletzt. Es seien auch vier schwere Unfälle bei Selbstständigen gemeldet worden.
Galerie: Dramatischer Arbeitsunfall am Kühlturm im Rostocker Überseehafen

Zahl der schweren Unfälle ist gestiegen

Insgesamt habe es im vergangenen Jahr im Bereich Arbeitsschutz in 5414 Betriebsstätten Kontrollen gegeben, daraus resultierten 4154 Beanstandungen. Bei 1127 Überprüfungen von Baustellen wurden insgesamt 958 Beanstandungen ausgesprochen. Es wurden 452 Bußgelder in Höhe von rund 155 000 Euro erhoben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Zahl von 70 schweren Unfälle sei allerdings höher gewesen als in den Vorjahren, sagte Lagus-Chef Heiko Will. So mussten die Experten im Jahr zuvor 57 und im Jahr 2016 nur 30 schwere Unfälle untersuchen.

Unfall am Kühlturm in Rostock: Defizite beim Arbeitsschutz

Wie Will sagte, können Unfälle wichtige Hinweise auf mögliche Defizite beim Arbeitsschutz im Betrieb geben. Als Beispiel nannte er einen Arbeitsunfall am Kühlturm des Steinkohlekraftwerks im November 2018, bei dem ein Mann bei Betonsanierungsarbeiten verunglückte. Dabei habe die Arbeitsbühne in 60 Meter Höhe blockiert. Beim Versuch, abwärts zu fahren, sei ein Tragseil im Inneren des Motors gerissen, und auch ein Höhensicherungsgerät habe nicht ausgelöst. Der Mann fiel in die Tiefe.

Die Lagus-Experten hätten unter anderem festgestellt, dass eine Verschmutzung mit Betonresten im Inneren des Motors zum Unfall geführt habe. Der Arbeitgeber hätte die Wartungsintervalle für Seile oder Motoren wesentlich kürzer festlegen müssen, sagte Will. Zudem wäre der Unfall wahrscheinlich verhindert worden, wenn die Arbeiter die ihnen zur Verfügung gestellte Schutzausrüstung getragen hätten.

Joachim Mangler/dpa

Mehr aus Mecklenburg-Vorpommern

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen