Zugverkehr

Bahnverkehr in MV: „Unser gut ausgebautes Netz im Osten wurde systematisch kaputt gemacht“

Nahverkehrs- und Regionalzüge fahren: Doch die Bahn lässt nach dem Geschmack vieler Leser einen umfangreicheren Fahrplan vermissen.

Nahverkehrs- und Regionalzüge fahren: Doch die Bahn lässt nach dem Geschmack vieler Leser einen umfangreicheren Fahrplan vermissen.

Rostock. Mit Blick auf die wegen Bauarbeiten gestrichenen Verbindungen von Warnemünde/Rostock nach Berlin und weiter nach Dresden/Wien bis 10. Dezember und die Perspektive künftiger Verbindungen der Deutschen Bahn in und nach MV fühlt sich mancher Leser abgehängt. Denn es zeigt sich, dass es kaum Verbesserungen geben wird, etwa in Bezug auf eine höhere Taktung der bestehenden Verbindungen oder die Integration neuer Linien in den bundesweiten Fahrplan.

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Bernd Sturzrehm stellt denn auch ernüchtert fest: "Pünktlich zum Jahresende verkündet die Deutsche Bahn, dass es auch in den nächsten drei Jahren in MV keinerlei Verbesserungen im Zugverkehr geben wird. Erst muss das Megaprojekt Stuttgart 2021 vollendet werden, bevor sich die DB Gedanken über ein neues Fahrplansystem macht. Anscheinend sind die Bilder von übervollen Zügen im Sommer 2022 schon vergessen. Mit dem 49-Euro-Ticket, das ab Mai 2023 wahrscheinlich kommen wird, geht das Bahnchaos dann sicher in die nächste Runde. Top!"

Daniela Hampel erwidert: "Es ist doch bei den Fahrplanwechseln der Bahn positiv, wenn alles bleibt, wie es ist und nicht weniger Verbindungen angeboten werden. Solange die Deutsche Bahn ein rein wirtschaftlich denkendes Unternehmen ist, wird sich daran auch nichts ändern."

Willi Uttendorf fügt an: "Es geht schon wieder los mit der Jammerei. In MV leben 1,6 Millionen Menschen – der Nabel der Welt."

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„Das Netz ist überlastet“

Michael Blaschke sagt: "Das Netz ist überlastet. Das erklärt dann auch, warum man nicht mal eben mehr Züge auf die Schiene bringen kann, wie viele sich das vorstellen. Die Bahn hat jahrzehntelang Strecken stillgelegt, und nun zeigt sich, wie dämlich das war. Es sollen mehr Menschen die Bahn nutzen, was aber gar nicht möglich ist. Zumindest nicht in dem Maß, wie Berlin sich das denkt."

Stichwort: Ausbau, das greift Grit Jaquét auf: "Mein Gott, alles neu erfinden oder was? Wir hatten im Osten ein gut ausgebautes Netz. Nach der Wende wurde alles systematisch kaputt gemacht."

Mirjam Wrobel meint: "Wir sehen ja gerade: Für alles ist Geld da, aber um die Infrastruktur auszubauen, ist nichts da."

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Klaus Hoffmann erinnert sich noch an die übervollen Züge mit Einführung des 9-Euro-Tickets im vergangenen Sommer, was zeige, dass das Interesse vielerorts da ist an attraktiven Verbindungen. Er sagt noch: "Die marode und veraltete Infrastruktur und die zu kurzen Züge kommen mit dem Ansturm aber teilweise nicht klar. Auf beliebten Schienenstrecken sind die Züge leider sehr voll. Ich bin ein Befürworter eines konkreten Ausbaus der Schienen. Doch geht das auch schneller – und haben wir genug Geld dafür?"

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Severin Schmidt bedient sich dem Beispiel Flughäfen: "Da wurde der Sicherheitsbereich nahezu vollständig privatisiert. In der Krise wurden die dort arbeitenden Menschen sofort entlassen. Das Problem heißt nicht Staat, sondern Privatisierung staatlicher Aufgaben."

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