Angepasster Impfstoff

Corona-Herbstwelle rollt über MV – doch die Impfmüdigkeit weicht nur langsam

Ein Junge wird mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen Corona geimpft.

Ein Junge wird mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen Corona geimpft.

Schwerin. Mit den wieder steigenden Corona-Infektionszahlen nimmt in Mecklenburg-Vorpommern die Bereitschaft leicht zu, sich mit Impfungen vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen. Sowohl die staatlichen Impfzentren als auch die Hausärzte registrierten Zunahmen. „In den Arztpraxen ist ein langsamer Anstieg der Impf-Nachfrage zu verzeichnen“, sagte der Landesvorsitzende des Hausärzteverbandes, Stefan Zutz. In den Impfzentren des Landes, die ein- bis dreimal pro Woche für Impfungen öffnen, setzte sich der leicht wachsende Zulauf fort.

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So wurden dort nach Angaben des Gesundheitsministeriums in der ersten Oktober-Woche knapp 7100 Spritzen verabreicht, gut 2700 mehr als drei Wochen zuvor. Etwa 6000 dieser Impfungen seien mit den Omikron-angepassten Impfstoffen erfolgt, die nur für sogenannte Booster-Impfungen verwendet werden. Erstimpfungen sind, wie auch bei den Hausärzten, die Ausnahme.

Braucht es die Impfzentren noch?

Insgesamt aber bleibt die Zahl der Impfungen vergleichsweise gering. Bei der landesweiten Impfwoche Anfang Dezember 2021 waren etwa 120.000 Impfdosen verabreicht worden. Vor diesem Hintergrund stellte Zutz die Notwendigkeit der kostspieligen Impfzentren in Frage: „Wir Hausärzte können alle Impfungen sicherstellen, sowohl gegen Corona, als auch gegen Grippe. Wir brauchen niemanden, der uns hilft.“

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Anfang September hatte der Landtag mit Blick auf die für den Herbst erwartete neue Infektionswelle die Pläne der Landesregierung gebilligt, aus dem MV-Schutzfonds zwölf Millionen Euro zur weiteren Finanzierung der acht Impfzentren in den Kreisen und kreisfreien Städten bereitzustellen. Von den Zentren aus starten regelmäßig auch mobile Teams zu Impfaktionen in Pflegeheimen.

Deutliche Wirkung in Pflegeeinrichtungen

Die Vorsorge in diesen Einrichtungen trage Früchte. „Wir haben dort zurzeit nur 14 gemeldete Geschehen mit wenigen schweren Verläufen. Das liegt vor allem auch an den guten Impfquoten und hohen Schutzmaßnahmen im Pflegebereich“, betonte Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD). Nirgendwo sonst zeige sich die Wirkung der Impfungen und Schutzmaßnahmen so deutlich wie in Pflegeeinrichtungen. Oberstes Ziel der Landesregierung bleibe, das Gesundheitssystem sowie die kritische Infrastruktur vor Überlastung und gefährdete Bevölkerungsgruppen vor schweren Erkrankungen zu schützen.

Drese erneuerte angesichts wachsender Infektionszahlen und vermehrter Krankenhauseinweisungen von Corona-Patienten ihren Appell, die Impfangebote zu nutzen. Wichtig sei, dass vor allem Personen aus Risikogruppen ihren Impfschutz erneuern, gegebenenfalls mit einer vierten Impfung. „Die Impfung bleibt der beste Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf“, betonte die Ministerin. Zudem riet sie mit Verweis auf den jüngsten Beschluss der Ständigen Impfkommission allen Personen ab zwölf Jahren zu einer dritten Impfung, vorzugsweise mit einem Omikron-adaptierten mRNA-Impfstoff.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben in Mecklenburg-Vorpommern bislang 74,7 Prozent der Menschen zwei Impfungen erhalten. Die Quote der ersten Auffrisch-Impfung beträgt demnach 59,9 Prozent. Eine zweite Auffrisch-Impfung haben im Nordosten bisher 9,5 der Menschen erhalten.

Von RND/dpa

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