Wismar

Dr. Benecke in Wismar: Zwischen Blutspuren und Schaben

Gehört dazu: die Selfies mit Dr. Mark Benecke genießen die Fans.

Gehört dazu: die Selfies mit Dr. Mark Benecke genießen die Fans.

Wismar. Als Deutschlands einziger öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für biologische Spuren untersuchte er unter anderem Adolf Hitlers Schädel – Dr. Mark Benecke. Der „Herr der Maden“ ist bekannt aus dem Fernsehen und füllt regelmäßig Hörsäle oder Theater, so wie jetzt in Wismar.

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„Die Veranstaltung war schon im Januar ausverkauft“, erzählt Theatermitarbeiterin Ramona Muschalla „Aber er kommt 2020 wieder nach Wismar!“ Carmen Seifert (60) aus Bobitz holt sich ein Autogramm und Selfie mit dem wohl populärsten Wissenschaftler Deutschlands. „Er erzählt alles so, dass man das auch als Laie versteht“, sagt sie. „Jemand muss die Verantwortung für die Toten übernehmen.“ Wenn sie noch mal neu anfangen könnte, würde sie in dem Bereich arbeiten wollen.Es dauert, bis erste „Blutsspuren“ – so der Vortragstitel – auf der Leinwand sichtbar sind. Benecke erklärt kriminalistisches Denken. „Sie hören einen Schuss, sehen die Leiche und sagen vor Gericht aus, Sie haben gesehen, dass jemand erschossen wurde“, sagt er. Aber das sei eine Vermutung. In seiner Wissenschaft gehe es um den naturwissenschaftlichen Nachweis, oft genug mittels Experimente.

Und schon kommen sie, die Blutsspuren in Farbe und großformatig. Vom Opfer des Mordes sind nur die Beine im Bild zu sehen. „Gehen Sie nicht davon aus, dass das das Blut des Opfers ist!“, kommentiert er. Das müsse untersucht werden. So wie jede einzelne Spur. Abtropfhöhe, Spritzwinkel, Größe, Form. „Es geht bei meiner Arbeit nicht um Gerechtigkeit, dafür sind andere zuständig, es geht um die Wahrheit“, erklärt er. Und räumt mit dem „coolen“ Ermittler aus Fernsehserien auf – hinter seiner Detektivarbeit stecke sehr viel Fleißarbeit. Ein Fazit: Mord lohnt sich nicht! „Blut hält sich, auch nach 20 Jahren kann man noch Spritzer nachweisen.“

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Hollatz Nicole

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