Umwelt

Eine-Welt-Landesnetzwerk: Klimakrise erfordert radikales Handeln

 Klimaaktivisten der Umweltschutzbewegung „Letzte Generation“ blockieren auf der Prinzregentenstraße in München den Verkehr.

Klimaaktivisten der Umweltschutzbewegung „Letzte Generation“ blockieren auf der Prinzregentenstraße in München den Verkehr.

Rostock. Das Eine-Welt-Landesnetzwerk MV hat angesichts der Klimakrise ein radikales und unbequemes Handeln der Politik gefordert und dabei auch Verständnis für Aktionen der Gruppe „Letzte Generation“ gezeigt. Momentan tue die Politik in Deutschland so, als wäre ein „weiter so“ möglich, sagte die Geschäftsführerin der Organisation, Andrea Krönert. „Das ist fahrlässig, denn die Wissenschaft ist sich längst einig und die Erkenntnisse über den menschengemachten Klimawandel liegen vor.“

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„Es ist nicht unsere Protestform, aber wir haben Verständnis für die Aktivistinnen und Aktivisten.“ Andrea Krönert, Geschäftsführerin des Eine-Welt-Landesnetzwerks MV

„Es ist nicht unsere Protestform, aber wir haben Verständnis für die Aktivistinnen und Aktivisten.“ Andrea Krönert, Geschäftsführerin des Eine-Welt-Landesnetzwerks MV

Die Gruppe „Letzte Generation“ sorgt mit ihren Blockadeaktionen an Straßenkreuzungen oder zuletzt auch am Hauptstadtflughafen BER sowie mit Aktionen in Kunstmuseen derzeit oft für Schlagzeilen und teils deutliche Kritik. „Es ist nicht unsere Protestform, aber wir haben Verständnis für die Aktivistinnen und Aktivisten. Menschen, die wie wir seit Jahren für Klimaschutz eintreten, wurden in ihren bisherigen Protestformen nicht gehört“, so Krönert.

 Klima-Aktivistinnen der Gruppe „Letzte Generation“ haben im Kulturzentrum Fabbrica del Vapore in Mailand acht Kilo Mehl auf ein Auto-Kunstwerk des US-amerikanischen Pop-Art-Künstlers Andy Warhol geworfen, um auf den „Kollaps des Klimas“ aufmerksam zu machen.

Klima-Aktivistinnen der Gruppe „Letzte Generation“ haben im Kulturzentrum Fabbrica del Vapore in Mailand acht Kilo Mehl auf ein Auto-Kunstwerk des US-amerikanischen Pop-Art-Künstlers Andy Warhol geworfen, um auf den „Kollaps des Klimas“ aufmerksam zu machen.

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Die Aktionen störten und provozierten, sagte Krönert. Aber die Aktivisten lehnten Gewalt gegen Mensch und Tier ab. Sie sähen sich vielmehr in der Tradition des zivilen Ungehorsams, der eine lange Geschichte habe. Krönert betonte, seit dem Klimagipfel 2009 in Kopenhagen sei wenig passiert. Das sei eine Schande. „Insofern können wir die Ohnmacht, die Sorgen und den Frust total nachvollziehen und verstehen.“

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Das Landesnetzwerk ist der Dachverband der entwicklungspolitischen Initiativen in MV mit derzeit 58 Mitgliedern. Der Verein wurde 1999 gegründet und ist seit 2001 als gemeinnütziger Verein anerkannt.

Landesnetzwerk: Das Ausmaß der Klimakrise vor Augen führen

Politiker, die Strafen oder gar Präventivhaft für die Aktivisten der „Letzten Generation“ forderten, empfahl das Landesnetzwerk, sich das Ausmaß der Klimakrise vor Augen zu führen und in Relation zu den Aktionen zu setzen. Es obliege grundsätzlich der Justiz, die Strafbarkeit der Aktionen zu prüfen, was bereits geschehe. Die Aktivisten entzögen sich weder der Justiz noch den Strafen.

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Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hatte die Klimaaktivisten nach der Flughafen-Blockade deutlich kritisiert. „Wer gewaltsam einen Zaun zerschneidet, auf ein Flugfeld eindringt und dort den Flugverkehr behindert, macht sich in mehrfacher Hinsicht strafbar“, hatte er der „Bild am Sonntag“ gesagt. „Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzungen hat in der Demokratie nichts verloren.“

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