Leserdebatte

Homophobe und Anti-Gender-Banner im Ostseestadion: „Ich dachte, es geht um Fußball“

Ostseestadion: Plakate gegen das Gendern werden auf der Südtribüne entrollt. Weitere Banner hingen an anderen Stellen auf der Tribüne.

Ostseestadion: Plakate gegen das Gendern werden auf der Südtribüne entrollt. Weitere Banner hingen an anderen Stellen auf der Tribüne.

Rostock. Die Feindschaft zwischen den Anhängern der beiden Zweitligisten FC Hansa Rostock und FC St. Pauli sorgt immer wieder für Entgleisungen. Auch diesen Sonntag sicherte ein Großaufgebot der Polizei das Spiel ab. Die befürchtete Randale blieben zwar aus, jedoch sorgten einige Spruchbänder nun für einen Eklat.

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Die Leserinnen und Leser diskutieren, wie sie zu den Bannern stehen und wie politisch so ein Besuch im Stadion sein sollte.

Besonders heiß diskutiert: eine Reihe von Plakaten, die am Sonntag auf der Südtribüne entrollt wurden. Auf ihnen positionierte sich eine vermeintliche Delegation von Hansa-Fans aus Wolgast gegen „Gender-Scheiss“ – und erfuhr viel Zustimmung auf Facebook.

„Die Jungs haben doch recht ... diesen Gender-Mist braucht unsere schöne deutsche Sprache nicht“, kommentierte User Tom Fischkopp und erntete dafür viel Zuspruch.

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„Und ich dachte, es ging um Fußball ...“

Für René Domke, Landesvorsitzender der FDP in Mecklenburg-Vorpommern, haben solche Banner nichts im Fußballstadion verloren. Auf Facebook schreibt er: „Und ich dachte, es ging um Fußball … Fan ist eigentlich ein gutes Beispiel, wie man mit Sprache umgehen kann, ohne andere zu belehren und auch ohne andere zu verletzen. Sucht doch erst mal das Verbindende und nicht immer nur die Abgrenzung voneinander.“

Auch Facebook-User Anselm Wih sieht die Banner und Spruchbänder von vermeintlichen Hansa-Fans kritisch. „Leider gelingt es einigen Hansa-,Fans’ immer wieder, den Schwerpunkt auf dummes, stereotypes ,ich bin dagegen’, ,will ich nicht’, ,haben wir noch nie so gehabt’ zu legen und damit sich, den Osten und Hansa Rostock zu blamieren und um alle Erfolge zu bringen. Denn in der Zeitung, im Fernsehen und im Internet bleiben teilweise nur diese negativen Teile in Erinnerung.“

Anstößige Plakate beim Spiel FC Hansa Rostock gegen FC St. Pauli

Anstößige Plakate beim Spiel FC Hansa Rostock gegen FC St. Pauli

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„Das ist nur eine Ansage an den FC St. Pauli“

Für andere ist der Inhalt der Parolen zweitrangig. Es ginge viel mehr darum, die als links geltende Fan-Gemeinde des FC St. Pauli zu provozieren. Martin von Schade kommentiert: „Daran ist nix homophob. Das ist nur eine Ansage an den FC St. Pauli, dass man sich in Wolgast nicht so für Gender-Gaga interessiert.“ Für Facebook-Userin Anna Lena ist diese Einstellung Teil des Problems, sie erwidert: „Schade, das sagt mehr über euch aus als über St. Pauli. Ihr habt gerade alle Hansa-Fans damit in eine Schublade gesteckt, in die nur ein paar von euch gehören. Schämt euch.“

Auch Stefan Simdorn wehrt sich gegen das Bild, was durch eines der Banner von Wolgast vermittelt werden soll: „Ich lebe auch in MV, sogar im Landkreis von Wolgast, und für solche Leute muss man sich echt zutiefst schämen. Denen würde ich mal die Meinung erzählen.“ Für ihn ist trotz aller Kritik das Gendern „eine Form, das weibliche und andere Geschlechter zwischen Mann und Frau besser in die Sprache zu inkludieren. Man zeigt damit mehr Respekt.“

Von Finn Loose

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