Filmgeschichte

Filmarchiv in Wismar bekommt Tausende neue Schätze

Archivar Karl-Heinz Steinbruch hat Tausende historische Programmhefte für das Filmbüro in Empfang genommen.

Archivar Karl-Heinz Steinbruch hat Tausende historische Programmhefte für das Filmbüro in Empfang genommen.

Wismar. Es sind Tausende alte Programmhefte, die Karl-Heinz Steinbruch für das Landesfilmarchiv in Wismar in Empfang nehmen konnte. Der Archivar wird in den nächsten Wochen und Monaten viel zu tun haben – vielleicht länger. Denn sie alle müssen katalogisiert werden. Die Hefte sind wahre Schätze und bereichern das Archiv, in dem für die Hefte, die eine Schenkung von Historiker Prof. Dr. Wolf Völker sind, nun auch erst mal Platz geschaffen werden muss.

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Wertvolle Hefte vervollständigen Archiv fast lückenlos

Viele der alten Programmhefte stammen vom DDR- Filmverleih Progress. Sie wurden bis in die 1970er-Jahre gedruckt. „Danach wurden sie nicht mehr hergestellt und sind inzwischen sehr begehrt“, sagt Archivar Karl-Heinz Steinbruch, der etwas aufpassen muss, sich beim wissenschaftlichen Betrachten der meist vierseitigen Hefte nicht im darin Blättern zu verlieren. Bis zu 30 Euro könnte man auf dem Markt für ein Heft bekommen. Für das Filmarchiv zählt aber vor allem der historische Wert. „Das gehört zur Filmgeschichte. Damals waren auch Filmplakate noch richtige Kunstwerke“, ergänzt Sabine Matthiesen, Geschäftsführerin des Filmbüros MV. Sowas sei damals mehr Kunst als Werbung gewesen.

Weitere seltene historische Filmprogrammhefte sind im Landesfilmarchiv MV in Wismar aufgenommen worden

Weitere seltene historische Filmprogrammhefte sind im Landesfilmarchiv MV in Wismar aufgenommen worden.

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Zunächst waren es 3000 Hefte, die Karl-Heinz Steinbruch von Wolf Völker bekommen hatte. „Er ist ein leidenschaftlicher Sammler. Wir kennen uns schon lange, haben uns auf dem Archivtag in Rostock getroffen und er hat gefragt, ob die Programmhefte nicht etwas für uns wären“, berichtet Steinbruch. Dann ging alles ganz schnell, sie haben einen Termin ausgemacht und nun hat das Filmarchiv mehr als 3000 neue Hefte im Bestand. „Viele sind aus der Zeit vor 1945, viele aus der Nachkriegszeit. Interessant: Alle vier Besatzungsmächte hatten ihre eigenen Hefte zu ihren eigenen Filmen“, sagt der Archivar.

In Vergessenheit geratene Werbematerialien aus der DDR

Ein zweiter Schwung Filmhefte kam in der vergangenen Woche an. Diesmal hatte der Privatsammler Hunderte Kinderprogrammhefte der DDR und mehrere Programme der unmittelbaren Nachkriegszeit aus den westlichen Besatzungszonen gebracht. Dazu kommen zahlreiche weitere bisher unbekannte oder in Vergessenheit geratene Werbematerialien aus den Nordbezirken der DDR – unter anderem die vielen Film- und Kinoinformationen der zehn Sommerkinos und elf Freilichtbühnen im Bezirk Schwerin, mit denen alljährlich Einheimische und Urlauber zu spannender, unterhaltsamer und turbulenter internationaler Filmkost geladen wurden.

Ein besonderer Schatz ist dabei die Übernahme der kompletten Jahrgänge 1954 bis 1974 der Filmzeitschrift „Filmspiegel“ – erschienen von Januar 1954 bis März 1991. Mit dem bereits im Landesfilmarchiv vorhandenen Bestand wird die Sammlung dieser beliebten Zeitschrift beträchtlich erweitert. Seit vergangener Woche sind nur noch einige wenige Lücken ab 1975 zu schließen. Zu den übernommenen Zeitschriften zählt auch „Treffpunkt Kino“ in der kompletten Überlieferung der von 1970-1977 erschienenen Zeitschrift sowie der „Filmkurier“ mit einer Anzahl der von 1957 bis 1965 monatlich erschienenen Ausgaben.

Archiv dokumentiert alle filmischen Ereignisse des Landes

Das 1996 gegründete Landesfilmarchiv hat sich das vorrangige Ziel gestellt, audiovisuelles Archivgut mit Bezug zum Land Mecklenburg-Vorpommern unabhängig von dessen Standort zu erfassen und zu verzeichnen. Das Archiv ist auch zuständig für die Entgegennahme, Erfassung und Verwaltung der seit 1991 als Belegexemplare der kulturellen Filmförderung des Landes an das Archiv abgegebenen Drehbücher und Filme. Das Filmarchiv verfügt zur Zeit über den Nachweis von mehr als 7000 Titeln unterschiedlichster Formate aus der Zeit der Kindertage des Films bis hin zur Gegenwart.

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Michaela Krohn

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