Leserdebatte

Gendern erregt Gemüter der OZ-Leser: „Ich mache diese Verhunzung nicht mit“

Ist und bleibt ein Reizthema: Gendern. Darunter versteht man das geschlechtsneutrale oder geschlechtsambivalente Anwenden von Formulierungen.

Ist und bleibt ein Reizthema: Gendern. Darunter versteht man das geschlechtsneutrale oder geschlechtsambivalente Anwenden von Formulierungen.

Rostock. Gendersternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt – geschlechtergerechte Sprache scheidet die Geister und wird mitunter erbittert diskutiert, vor allem im Netz. Kritiker sprechen nicht selten von „Gender-Wahn“. Auch ist die Rede immer wieder vom „Untergang der deutschen Sprache“. Laut einer aktuellen Umfrage sind fast zwei Drittel der Deutschen gegen das „gendern“. Im Zentrum der OZ-Veranstaltung „Ach, du liebes Deutsch!“ zur deutschen Sprache am 21. September im Rostocker Medienhaus steht die Frage: Gendern oder nicht gendern? Wolfgang Thierse, Rieke Hümpel und Wenke Brüdgam führen an diesem Tag ein Streitgespräch. Hier sollen zunächst zahlreiche Leser zu Wort kommen.

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„Unsere Sprache ist ein Kulturgut, für mich unannehmbar“

Maria Müller stellt klar: "Damit fange ich niemals an!" Bonnie Decka fügt hinzu: "Gendern löst alle Probleme. Achtung, Ironie!" Michael Schuhmacher zählt sich ebenso zu den kritischen Stimmen: "Es gibt exakt zwei biologische Geschlechter. Es gibt darüber hinaus selbstverständlich gefühlte Geschlechter, Betroffene lehnen Gendern ab", lautet die Erfahrung Schumachers. Und weiter: "Erinnert mich dann doch irgendwie an die Winnetou-Diskussion, bei der es den Betroffenen ebenfalls gleich ist, wie viele Kinder im Kostüm herumlaufen oder wie viele Geschichten geschrieben wurden."

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Auch Jana Marszalkowski sagt: "Das kann ich nicht nachvollziehen. Unsere Sprache ist ein Kulturgut, sicherlich verändert sie sich immer mal wieder, aber das, was gerade passiert, ist für mich persönlich unannehmbar." Bernd Sturzrehm nennt das alles "die neue Verunglimpfung der deutschen Sprache, die uns einige superintellektuelle Menschen, die sich wichtig machen wollen, aufs Auge drücken möchten. Absurd." Und Josef Fleischmann: "Ich mache diese Verhunzung der deutschen Sprache nicht mit. Politik per Sprachregelung zu machen, lehne ich ebenfalls ab."

„Gleichberechtigung wird an vielen Fronten erstritten. Selbstverständlich auch in der Anwendung der Sprache“

Christine Ilic hält indes dagegen: "Gleichberechtigung wird an vielen Fronten erstritten. Selbstverständlich auch in der Anwendung der Sprache." Nadja Wi sieht es wie ihre Vorrednerin: "Ungleichbehandlung und Ausgrenzung fängt bewusst und unbewusst bereits bei Sprache an. Sprache ist schon immer im Wandel gewesen, entsprechend dem Zeitgeist. Will man Gleichberechtigung für wirklich alle, muss sich Sprache logischerweise anpassen." Patrick Kulhei rät: "Einfach machen, anstatt darüber jahrelang Debatten zu führen." Tom Weber aber sieht es so: "Also, für mich ist diese ganze Diskussion überflüssig. Genau wie die gendergerechte Sprache. Für mich heißt Gleichberechtigung, dass der Mensch, der mir gegenübersteht, dasselbe darf und kann wie alle anderen. Frauen und Männer haben einfach gewisse Unterschiede und daran ändert keine Sprache was. Respekt dem Menschen gegenüber und gut ist es."

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