Gegen Corona

Große OZ-Impfaktion: „Viele Leute sind dankbar, dass sie sich impfen lassen können“

Ließ sich im OZ-Medienhaus piksen: Der Rostocker Marcus Liska mit dem Hamburger Mediziner Dr. Heinz Martens bei der Impfaktion der Ostsee-Zeitung.

Ließ sich im OZ-Medienhaus piksen: Der Rostocker Marcus Liska mit dem Hamburger Mediziner Dr. Heinz Martens bei der Impfaktion der Ostsee-Zeitung.

Rostock. Den Pulli hochgerollt, ein kleiner Piks und schon ist für Hannes Krüger alles vorbei. Der 29-Jährige hat soeben im großen Saal des OZ-Medienhauses seine dritte Impfung erhalten und kann sich nun zu den „Geboosterten“ zählen. Dass er sich impfen lässt, sei für ihn keine Frage gewesen: „Ich denke, dass eine flächendeckende Impfung der einzige Weg ist, so schnell wie möglich aus der Krise herauszukommen. Das zeigen auch die steigenden Zahlen“, sagt er.

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Unter dem Motto „Schütze dich und andere und krempel deine Ärmel hoch!“ hatte die OSTSEE-ZEITUNG Interessierte ab zwölf Jahren aufgerufen, sich am 21. und 22. Januar von 9 bis 16 Uhr im Medienhaus gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Mit der Aktion wollen wir die Relevanz des Impfens nach außen tragen und den Rostockern ein niedrigschwelliges Impfangebot machen“, sagt Geschäftsführerin Imke Menzendorf. Mit angestoßen hatte die Aktion der Rostocker Sozialsenator Steffen Bockhahn (Die Linke). „Sich impfen zu lassen, ist nach wie vor Ausdruck größter Solidarität“, so Bockhahn. „Ich freue mich, dass die OZ mit der Aktion die Aktivitäten der Stadt unterstützt.“

„Impfung ist der schnellste Weg aus der Pandemie“

Die Impfung sei der schnellste Weg aus der Pandemie, betont auch der Hamburger Arzt Heinz Martens, der mit seinem mobilen Impfteam und zwei Mitarbeitern nach Rostock gekommen ist. Um 11 Uhr am ersten Tag kann er kurz durchschnaufen und hat bereits den ersten Ansturm abgearbeitet. „Wir rechnen heute und morgen mit jeweils rund 200 Besuchern. Wenn mehr Interessierte kommen, können wir aber noch Impfstoff nachordern“, sagt er. Abfertigen ließen sich so bis zu 1000 Impfwillige an zwei Tagen. Unter 30-Jährige erhalten aufgrund der Stiko-Empfehlung den Impfstoff von Biontech. Ältere – je nach medizinischer Indikation – entweder Biontech oder Moderna.

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Infos zur Impfung

Impfwillige können sich am 21. und 22. Januar von 9 bis 16 Uhr im großen Saal des OZ-Medienhauses (Richard-Wagner-Straße 1a in Rostock) impfen lassen. Zwischen 13 und 13.30 Uhr ist Mittagspause.

Termine können unter www.ostsee-zeitung.de/impfaktion gebucht werden. Kurzentschlossene haben die Möglichkeit, ohne Anmeldung vorbeizukommen.

Firmen, die eine ähnliche Aktion durchführen möchten, können sich mit Dr. Heinz Martens in Verbindung setzen: Tel. 040/45 43 41 oder per Mail: impfen@one-medical.de

Martens ist Experte auf dem Gebiet: In seiner Heimatstadt hat der Mediziner, der eine eigene Praxis betreibt und ein Institut für Präventivmedizin leitet, bereits mehr als 200 kleine Impfzentren aufgebaut und diverse mobile Impfteams geleitet.

Dass er nun auch in MV impft, hat einen besonderen Grund: „Meine Liebste wohnt in Warnemünde, mein Sohn hat in Rostock studiert und als Kite-Surfer bin ich oft hier in der Welle unterwegs“, verrät er mit einem Lächeln. Zu Weihnachten habe ihn in Warnemünde jemand auf das knappe Impfangebot angesprochen. „Also habe ich spontan gesagt, wir impfen am 1. und 2. Weihnachtstag im Gemeindehaus“, erzählt er.

„Viele Leute sind dankbar, dass sie sich hier impfen lassen können“

Zum Stichtag in der Hansestadt hat er sein mobiles Team mitgebracht, zu dem Medizinstudentin Merve Kröger und der Arzt Shahin Safi gehören. „Anfangs war viel los, jetzt hat es sich eingependelt“, sagt der 27-Jährige. Angeboten werden Erst-, Zweit- sowie Boosterimpfungen, die drei Monate nach dem zweiten Piks möglich sind. „Da es bei vielen heute die dritte Impfung ist, sind die Leute entspannt und haben kaum Fragen“, so Shahin. „Die meisten sind dankbar, dass sie sich hier impfen lassen können und keine langen Wartezeiten haben.“

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So geht es auch der 79-jährigen Marie-Anne Rost. „Ich habe Asthma und möchte mich, so gut es geht, schützen“, sagt sie. „Außerdem möchte ich endlich mal wieder unter Leute gehen“, fügt sie hinzu und lacht. Zur Diskussion um eine mögliche Impfpflicht sagt sie: „Die hätte man vielleicht schon von Anfang an einführen sollen. Dass man gegen die Maßnahmen demonstriert, kann ich nicht nachvollziehen. Diese Menschen sollten mal einen Tag im Krankenhaus arbeiten und sich anschauen, wie es dort zugeht.“

Anderer Meinung ist ein 66-jähriger Rostocker, der seinen Namen nicht nennen will, weil er dadurch Nachteile befürchtet. „Ich sehe einen Impfzwang sehr kritisch. Jeder sollte selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen will, oder nicht“, sagt er. Der 66-Jährige, der sich seine dritte Impfung abgeholt hat, habe sich in erster Linie impfen lassen, um wieder reisen zu können. „Uns wurden durch die Impfung so viele Freiheiten versprochen, die nun ohne eine dritte Impfung wieder relativiert werden. Nun muss ich mich trotzdem noch testen lassen, wenn ich nicht geboostert bin“, sagt er.

„Ich sehe einen Impfzwang sehr kritisch“

Testen will sich künftig auch weiterhin Hannes Krüger – und das, obwohl der 29-Jährige nun bereits dreimal geimpft ist. „Das mache ich nicht nur für mich, sondern auch, um andere zu schützen“, sagt er.

Auch am Sonnabend können sich Interessierte noch im OZ-Medienhaus impfen lassen. Von 9 bis 16 Uhr steht das mobile Impfteam bereit. Im Internet kann vorab ein Zeitfenster gebucht werden: unter www.ostsee-zeitung.de/impfaktion. "Die Leute können aber auch ohne Termin vorbeikommen", sagt Martens.

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Mitbringen müssen Impfwillige nur den Impfausweis und, wenn möglich, den Aufklärungsbogen sowie eine unterschriebene Einverständniserklärung. Beides gibt es auf der Seite des Robert-Koch-Instituts. "Wer keine Möglichkeit hat, die Dokumente auszudrucken, bekommt sie auch vor Ort", sagt Carolin Froh, die zum zehnköpfigen Organisationsteam der OZ gehört und am Eingang die Unterlagen auf Vollständigkeit prüft. "Ich finde es spannend, einen Einblick in einen neuen Bereich zu bekommen und gleichzeitig einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten", sagt die Rostockerin.

Von Stefanie Büssing

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