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OZ-Leserforum zu Herzkrankheiten stark nachgefragt

Herz-Experten beraten OZ-Leser

Herzdruckmassage im Kreis: Prof. Hans-Christof Schober, Prof. Wolfgang Kerner, OZ-Chefredakteur Andreas Ebel, Dr. Gernot Rücker und Prof. Stephan Felix demonstrieren die richtige Technik.

Herzdruckmassage im Kreis: Prof. Hans-Christof Schober, Prof. Wolfgang Kerner, OZ-Chefredakteur Andreas Ebel, Dr. Gernot Rücker und Prof. Stephan Felix demonstrieren die richtige Technik.

Rostock.„Irgendwann konnte ich meine Füße nicht mehr sehen“, erinnert sich der Rostocker Karsten Vedder (47). Noch vor eineinhalb Jahren wog er 172 Kilo. Am Klinikum Südstadt Rostock schloss er sich einer Ernährungsgruppe an und speckte 55 Kilo ab. „Man muss es einfach wollen“, sagt er.

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Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislaufkrankheiten waren die Themen beim Leserforum gestern im OZ-Medienhaus. Experten aus Rostock, Karlsburg und Greifswald waren gekommen, um Krankheiten und Behandlungen zu erläutern. Außerdem gab es die Möglichkeit, Gesundheitschecks vornehmen zu lassen. Rund 100 Besucherinnen und Besucher waren gekommen. Dirk Malke zum Beispiel, der Seemann ist und bereits einen Bypass hat. „Es ist gut zu erfahren, was es alles Neues gibt“, sagte er.

Gewichtsabnahme: Experten klärten auf

In Sachen Gewichtsabnahme führte Professor Dr. Hans-Christof Schober zunächst einmal zu den Grundlagen zurück. „Abnehmen ist schwer“, bestätigte er. „Unser Gehirn lechzt nach Süßem“, bestätigt der Mediziner. Kohlenhydrate halten aber nicht lange vor, daher rät Schober, Sättigendes zu essen: ein Steak, ein Stück Fisch. Keine Nudeln oder Kartoffeln. „Ein Viertel aller Erwachsenen ist fettleibig“, sagt der Internist. „Da haben wir ein richtiges Problem!“

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Schober spricht sich für einen kontrollierten Ernährungsplan aus: Morgens viel essen, zum Beispiel Haferflocken. abends wenig essen, eine Handvoll Nüsse, eine Scheibe Brot, keine Radikaldiät. Wer schlagartig abnimmt, läuft Gefahr, hinterher umso dicker zu werden: Der Körper fährt seinen Bedarf herunter. Wenn die Betroffenen dann wieder reichlich essen, wird weniger verarbeitet, aber mehr als Fett gespeichert.

Volkskrankheit: Vorhofflimmern

Hohes Gewicht begünstigt Erkrankungen von Herz und Kreislauf und kann zu Diabetes zwei führen, der so genannten Altersdiabetes. Professor Dr. Wolfgang Kerner, der „Diabetes-Papst“ vom Klinikum Karlsburg bei Greifswald, benutzt diese Bezeichnung nicht mehr, denn die Betroffenen sind in den vergangenen Jahrzehnten immer jünger geworden. Das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu bekommen, ist drei bis fünf Mal höher als bei Nicht-Diabetikern. Die häufigsten Folgen von Diabetes: Amputation von Gliedmaßen, Nierenschäden, Augenleiden.

Ebenfalls eine Volkskrankheit ist das Vorhofflimmern. Professor Dr. Stephan Felix von der Unimedizin Greifswald erklärte, dass durch das unregelmäßig schlagende Herz das Blut ins Stocken gerät, im Herzen können sich Gerinnsel bilden. Werden diese ins Gehirn transportiert und verstopfen ein Blutgefäß, bekommt der Betroffene einen Schlaganfall. Therapie ist die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten. Aktuell stehen ältere Gerinnungshemmer wie Falithrom gegen neue, die NOACs (Neue Antikoagulanzien). Dieses Thema bewegte das Publikum: „Muss ich mein altes Medikament gegen ein neues austauschen?“ Felix empfiehlt die neuen Präparate, weil sie die Gefahr einer Hirnblutung verringern.

Erfahrungsbericht einer Betroffenen

Eine Betroffene erzählte, dass sie den Gerinnungshemmer nur kurz nehmen sollte. Seither bekomme sie ihn aber immer wieder verschrieben. „Völlig richtig“, so Prof. Felix. Nach einem Vorhofflimmern sei das Schlaganfallrisiko bei ihr hoch. Das Medikament müsse sie nun ihr Leben lang nehmen. Schließlich fragte ein älterer Herr, ob er trotz Vorhofflimmern und Gerinnungshemmer eine Reise nach Australien antreten könne, um seine Tochter zu besuchen. „Machen Sie die Reise!“, sagte Felix. „Wenn sie gut mit den Medikamenten eingestellt sind, ist das Risiko einer Erkrankung im Flugzeug nicht höher.“

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„Ich interessiere mich dafür, was ich selber für meine Gesundheit tun kann“, sagt Margit Kaufmann.

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„Ich hole mir Informationen zu neuen Medikamenten“, sagt Karin Rattey (64).

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„Es ist gut zu hören, was es alles Neues gibt, bestätigt Dirk Malke (59).

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Matthias Schümann

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