Lohnkeller

Im Nordosten werden noch immer die niedrigsten Löhne gezahlt

Durchschnittliches Brutto-Jahreseinkommen in Euro

Durchschnittliches Brutto-Jahreseinkommen in Euro

Rostock/Berlin. Mecklenburg-Vorpommern bleibt im Lohnkeller: Noch immer werden im Nordosten bundesweit die niedrigsten Löhne gezahlt. Laut „Gehaltsatlas 2019“ verdienen Arbeitnehmer in MV im Schnitt 34 155 Euro brutto pro Jahr. Laut der Studie des Internetportals „Gehalt.de“ liegt damit das Lohnniveau in MV um 24 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt. Das meiste Geld verdienen Beschäftigte in Hessen mit 51 345 Euro – und damit 17 190 Euro mehr als in MV.

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Schwerin liegt auf dem letzten Platz

Auch beim Vergleich der Landeshauptstädte behält der Nordosten die Rote Laterne. In keiner anderen deutschen Landeshauptstadt ist das Lohnniveau mit 35 235 Euro so niedrig wie in Schwerin. Spitzenreiter sind Stuttgart (56 160 Euro) und München (55 980 Euro). Weit geht die Schere außerdem bei den Gehältern für Berufseinsteiger auseinander. Während Akademiker in Hessen mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 52 657 Euro in die Karriere starten, müssen sich Akademiker in MV in den ersten Berufsjahren mit einem Durchschnittsgehalt von 35 057 Euro begnügen.

Schlechte Löhne erschweren Fachkräftesuche

„Solange in MV die schlechtesten Löhne gezahlt werden, solange wird es auch mit der Fachkräftesuche schwer“, kritisiert der wirtschaftspolitische Sprecher der Schweriner Links-Fraktion, Henning Foerster. „Schlechte Löhne tragen nicht dazu bei, Fachkräfte hier im Land zu halten oder gar aus anderen Bundesländern abzuwerben“, sagt Foerster. Für gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen seien „in allererster Linie die Unternehmen selbst verantwortlich“.

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Gescheiterte Investitionen unter Rot-Rot rächen sich

Dem widerspricht der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Wolfgang Waldmüller: Das „unbefriedigende Bild des Gehaltsatlas’“ spiegele vielmehr „das systematische Zugrundwirtschaften des Ostens durch die SED-Diktatur und Fehler der Ansiedlungspolitik der frühen 2000er Jahre wider“. Unter Rot-Rot gescheiterte Investitionen würden sich heute rächen: „Sie führten zu unserer geringen Industriedichte, was wiederum vergleichsweise niedrige Löhne zur Folge hat“, erklärt Waldmüller. Es sei besorgniserregend, „dass infrastrukturelle Bedingungen für Industrieansiedlung, etwa Breitbandversorgung und Mobilfunkdichte, verbesserungsbedürftig bleiben“.

Mehr unter: Gehalts-Check: Diese Jobs werden in Deutschland am besten bezahlt

Axel Meyer

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