Karlshagen

Kritik und Zuspruch nach Alkoholfahrt des Amtsvorstehers

Der Bürgermeister von Karlshagen verursachte am vergangenen Donnerstag mit 1,3 Promille Atemalkohol einen Unfall auf Rügen.

Der Bürgermeister von Karlshagen verursachte am vergangenen Donnerstag mit 1,3 Promille Atemalkohol einen Unfall auf Rügen.

Karlshagen. Die Nachricht über die Alkoholfahrt mit anschließendem Unfall auf der Insel Rügen von Nordamtsvorsteher Christian Höhn beschäftigt viele Usedomer. Ob im Lehrerkollegium, unter den Schülern oder bei seinen Amtskollegen – es war für viele Freunde und Bekannte des ehrenamtlichen Bürgermeisters von Karlshagen die Nachricht des Tages.

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„Ich hoffe, dass er sowohl als Bürgermeister von Karlshagen als auch als Vorsteher des Amtes Usedom Nord bleibt“, betont Peenemündes Bürgermeister Rainer Barthelmes. Er erfuhr die Nachricht am Mittwochmorgen aus der Zeitung. „Es ist seine Entscheidung, wie er weitermacht. Er ist Manns genug, es zu sagen. Im Amtsausschuss möchte er darüber reden.“

Wie hoch die zu erwartende Strafe nun für den hauptamtlichen Lehrer ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel, ob es Vorstrafen gibt oder andere Alkoholfahrten in der Verkehrssünderkartei in Flensburg zu Buche stehen. Wie lange der Führerschein entzogen wird, entscheiden Staatsanwälte und Gerichte.

Der Zinnowitzer Bürgermeister Peter Usemann bedauert die Umstände des Unfalls. „Es war ein Dienstwagen, er war dazu noch alkoholisiert und dann noch der Unfall mit einer unschuldigen verletzten Person. Die Konsequenzen aus der Sache muss er selbst ziehen, in welcher Form auch immer“, sagt er. „Man sollte sich die Frage stellen, inwieweit das Ansehen des Amtes dadurch leidet“, erklärt er. Usemann selbst stellt klar, dass Autofahren und Alkohol nicht zusammenpassen.

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„Ich habe ihm eine Nachricht geschrieben und gesagt, dass ich ihn als Kollege nicht verlieren möchte“, sagte Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen gegenüber der OZ. „Einen passenden Ratschlag kann ich ihm leider nicht geben. Ich selbst trinke keinen Alkohol und kann die Situation schwer nachvollziehen“, betont er. Petersen, der als einziger hauptamtlicher Bürgermeister auf Usedom tätig ist, kennt die Verantwortung seiner ehrenamtlichen Kollegen. „Auch in den kleineren Gemeinden gibt es viel zu tun, gerade in solchen touristischen Hochburgen“, sagt er.

Christian Höhn war zusammen mit Amtschefin Kerstin Teske und Trassenheides Bürgermeister Horst Freese Teilnehmer der Runde auf Rügen. Rund 70 Gemeindeoberhäupter aus dem gesamten Bundesland trafen sich zur 20. Bürgermeisterwoche des Städte- und Gemeindetages Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Programm standen Fortbildungen sowie ein Meinungs- und Erfahrungsaustausch.

Im Unterricht an der Ahlbecker Schule war Christian Höhn am Mittwoch nicht, denn dies ist sein freier Tag, den er für die Amtsgeschäfte als Bürgermeister und Amtsvorsteher nutzt. Trotz mehrfacher Anfragen der OZ war er für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Auf der nächsten Amtsausschuss-Sitzung soll im nicht öffentlichen Teil über die Anschaffung eines neuen Dienstwagens für die Amtsverwaltung beraten werden. Entsprechende Angebote sind wohl bereits angefordert worden.

Hannes Ewert

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