Gesundheit

Landesimpfkampagne startet in Wismar

Die Landesimpfkampagne "Wissen schützt" wird von Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD), Landesgesundheitsamtsleiterin Dr. Martina Littmann, Kathrin Bever von der Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung und Leiterin der Ostsee-Schule Wismar Beate Brindle vorgestellt (v.l.). Klassenleiterin Regina Rabenhorst behandelt das Thema Impfen im Unterricht.

Die Landesimpfkampagne "Wissen schützt" wird von Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD), Landesgesundheitsamtsleiterin Dr. Martina Littmann, Kathrin Bever von der Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung und Leiterin der Ostsee-Schule Wismar Beate Brindle vorgestellt (v.l.). Klassenleiterin Regina Rabenhorst behandelt das Thema Impfen im Unterricht.

Wismar. Mecklenburg-Vorpommern ist deutschlandweit Spitzenreiter im Impfen. Das zeigen aktuelle Einschulungsuntersuchungen. Bei der Schutzimpfung gegen Masern sei MV das einzige Bundesland, das die empfohlene Impfquote von 95 Prozent sogar übertroffen hat. Hierzulande seien laut Gesundheitsministerium sogar 96 Prozent der Menschen geimpft. Um das Niveau zu halten, haben Gesundheits- und Bildungsministerium zusammen mit der AOK Nordost und dem Verein zur Förderung der Prävention MV nun die Impfkampagne „Wissen schützt“ gestartet. Vorgestellt wurde diese in der Ostsee-Schule in Wismar. Das Thema Impfen soll nun auch Bestandteil des Schulunterrichts werden.

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„Die Gesundheit unserer Schüler liegt uns besonders am Herzen“, sagt Schulleiterin Beate Brindle. Über den Unterricht, in dem nun auch das Thema Impfen aufgegriffen werden soll, wolle man auch an Vorsorgeuntersuchungen und eben Schutzimpfungen erinnern. „Bei einigen Schülern achten die Eltern nicht so gut darauf. Wir erhoffen uns durch den Unterricht, dass die Kinder dies vielleicht zu Hause einfordern“, sagt die Schulleiterin.

Lehrer bekommen nun eine Materialsammlung zum Thema Impfen an die Hand

Lehrer bekommen nun eine Materialsammlung zum Thema Impfen an die Hand.

„Impfen ist und bleibt ein wichtiges Thema – auch in den Schulen. Obwohl die Impfquote in MV sehr gut ist“, betont Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Gerade, wenn Kinder älter werden, würde das Impfen öfter in Vergessenheit geraten. Lehrer bekämen durch die neue Impfkampagne nun eine Materialsammlung für den Unterricht an die Hand, in der dieses schwierige Thema aufgegriffen wird. „Wir brauchen nur genügend Impfstoff“, betont die Ministerin.

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Auch Dr. Martina Littmann, Leiterin des Landesgesundheitsamtes, zeigt sich froh über das Projekt: „Wir sind nicht nur Spitze im Tourismus, sondern auch beim Impfen. Wir sind auch Impfland Nummer eins, das darf aber nicht verkleckern.“ Ein Schwerpunkt bilde dabei auch die HPV-Impfung, die gegen sexuell übertragbare Viren und Krebserkrankungen schützt. Bei Masern gebe es inzwischen nur noch Einzelfälle im Land. „Das ist das Ergebnis einer guten Impfpolitik“, sagt Martina Littmann.

Impfquoten MV

Die Weltgesundheitsorganisation strebt für Masern eine Impfquote von 95 Prozent an. In Deutschland lag sie bei den Schuleingangsuntersuchungen 2016 bei der zweiten Masern-Impfung jedoch nur bei 93 Prozent. Insgesamt nimmt Mecklenburg-Vorpommern die Spitzenposition in der deutschen Impfstatistik ein. Mit einer Quote von beispielsweise 97 Prozent für Diphtherie, Tetanus, Polio und Pertussis, 96 Prozent bei Röteln oder 95 Prozent bei der Meningokokken- und Hepatitis-B-Schutzimpfung.

„Hier lassen sich die Leute überhaupt impfen“, betont Ulrich Freitag, Vorsitzender des Landesverbandes der Frauenärzte. In anderen Teilen Deutschlands sehe das ganz anders aus. „Wir haben hier die Chance, das Impfen weiterhin gut zu gestalten“, sagt er.

Werner Mall, Bereichsleiter Prävention bei der AOK Nordost, sagt: „Es ist sehr wertvoll für uns, dass dieses Thema in den Schulen behandelt wird. Es könne nichts Schlimmeres passieren, als dass die Beschäftigung damit nachlasse. Damit das nicht passiert, organisiert zudem auch die Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit regelmäßig Schulungen für Lehrer. „Seit Herbst haben wir 46 Lehrer im Land geschult und wollen das auch weiter fortsetzen“, bestätigt Kathrin Bever von der Fachstelle.

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) ließ sich bei der Vorstellung der Kampagne in Wismar übrigens von Ministerkollegin Birgit Hesse entschuldigen. Der Skandal um die Mülldeponie Ihlenberg hielt ihn fern.

Michaela Krohn

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