Leser-Debatte

Leser diskutieren über Hundeattacke: „Tiere werden nicht aggressiv geboren“

Der American Bulldog steht in einigen Bundesländern auf der sogenannten Rasseliste.

Der American Bulldog steht in einigen Bundesländern auf der sogenannten Rasseliste.

Rostock. Die Attacke eines Hundes der Rasse Old English Bulldog vor einer Woche im Rostocker Stadtteil Lütten Klein, bei der mehrere Menschen verletzt wurden, hat unter Lesern eine teils emotionale Debatte über die artgerechte Haltung solcher Rassen ausgelöst. Wohl auch deshalb, weil der Hund von der Polizei mit 15 Schüssen getötet wurde.

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Anne Jeske stört sich an der zu schnellen Vorverurteilung mancher Tiere als "Kampfhunde": "Old English Bulldoggen sind aber keine Kampfhunde, eigentlich ganz im Gegenteil. Aber Gewalt sät Gewalt. Ich möchte nicht wissen, wie das Tier behandelt wurde, sodass es keinen anderen Weg fand." Janin Marschhause geht auf den Halter ein: "Na ja, hoffentlich bekommt er ein Halteverbot für Tiere." Schwaddi Schwarzmann sagt: "Man sollte aber auch ermitteln, ob 15 Schüsse wirklich nötig gewesen sind." Tini Bukowski ist überzeugt: "Dafür kann der Hund doch nichts. Tiere werden nicht aggressiv geboren, sondern werden von Haltern so erzogen. Schade für die Opfer und alles Gute, aber man hätte es doch anders klären können. Armer Hund." Auch Diana Krüger glaubt: "Dass es soweit gekommen ist, ist einzig und allein die Schuld des Halters. Der Polizist hat in dieser Situation völlig richtig gehandelt."

„Warum immer die Tiere? Es geht auch anders“

Heidrun Hell ist der Meinung: "Das kann nicht die einzige Lösung sein. Warum immer die Tiere? Es geht auch anders." Jürgen Lehmann fragt daraufhin: "Sollte man etwa warten, bis die Frau zerfleischt wird? Hier musste gehandelt werden und zwar unverzüglich." So sieht es auch Sven Röger: "Alternativ hätte man natürlich auch die schwer verletzte Frau weiterhin vor Schmerzen schreien lassen und weiterhin bluten lassen können, weil die Rettungskräfte ihr aufgrund des Hundes nicht helfen konnten. Dann würde zwar der Hund noch leben, aber vielleicht die Frau nicht mehr." (Bei dem Vorfall, der sich am Sonntag vor einer Woche in einem Mehrfamilienhaus im Nordwesten Rostocks ereignet hatte, hatte der Hund erst den Halter attackiert, woraufhin Rettungskräfte gerufen worden waren, die sich aber ebenfalls in Sicherheit bringen mussten. Die alarmierte Polizei habe den Hund angetroffen, wie dieser gerade über der schwer verletzten Frau gestanden habe, hieß es. Als das Tier die Beamten angegriffen habe, sei es mit mehreren Schüssen getötet worden, Anm. d. Red.)

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Julia Kolb sagt: "Es gibt keinen Nachweis dafür, dass eine bestimmte Hunderasse gefährlicher ist als eine andere. Wenn Hundebesitzer die Körpersprache ihrer Hunde lesen könnten und dies auch an Kinder vermitteln würden, dann gäbe es viel weniger Beißvorfälle." Den Hund verstehen, darum geht es auch Marco Matt Nitsche: "Ich bin ganz sicher kein Hundeexperte, ich habe mich aber während meiner Ausbildung zum Diensthundeführer mit der Materie beschäftigt. Wenn ein Hund aggressiv ist oder es wird, ist in der Regel der Mensch schuld – entweder durch Zucht oder Training. Deshalb befürworte ich eine Sachkundeprüfung für jeden Hundehalter und eine zwingende behördliche, vor allem regelmäßige, Überprüfung von Züchtern."

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„Erziehung und Behandlung des Tieres ist das eine“

Dirk Klasing führt aus: "Verschiedene Hunderassen weisen auch verschiedene Wesenszüge auf. Erziehung und Behandlung des Tieres ist das eine, aber nicht das alleinige. Man nimmt einen Jagdhund ja auch nicht zum Schmusen, weil er eben instinktiv auf das Jagen spezialisiert ist. Und wenn ein Dackel aggressiver ist als so manch ein Kampfhund, dann ist dieser trotzdem noch nicht dazu in der Lage, einen Menschen mit einem Biss zu töten. Ein Kampfhund oder Listenhund hingegen schon. Und deswegen sind das eben Hunde, die in dieser speziellen Liste stehen. Wer unbedingt meint, sein Ego aufpolieren zu müssen, sollte sich vielleicht andere Wege dafür suchen." (Eine Rasseliste ist im Kontext der Hundehaltung eine Liste von Hunderassen, die rassebedingt als gefährlich angesehen werden oder deren Gefährlichkeit vermutet wird, Anm. d. Red.)

Falk Freimut schließt: "Mir tun Hunde leid, die aufgrund ihrer teils fragwürdigen Halter ein frustrierendes Leben führen müssen."

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