Wirtschaft

Mecklenburg-Vorpommern will Bau von Windrädern im Land beschleunigen

Acht neue Windräder sind im ersten Halbjahr 2022 in Mecklenburg-Vorpommern ans Netz gegangen.

Acht neue Windräder sind im ersten Halbjahr 2022 in Mecklenburg-Vorpommern ans Netz gegangen.

Rostock. Mecklenburg-Vorpommern will bessere Bedingungen schaffen, um den Windkraftausbau im Land weiter voranzubringen. So sollen Beteiligungs- und Genehmigungsverfahren für den Bau von neuen Windkraftanlagen künftig schneller zu Ende gebracht werden, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) am Freitag bei der Fachkonferenz „Rostock Wind“, die während der 31. Hanse Sail stattfand, vor rund 150 Teilnehmern. Die Basis dafür böte das im Juli beschlossene Energiepaket der Bundesregierung.

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Der Bund habe geliefert und nun müsse das Land handeln, so Meyer. Das bedeute auch, die Raumordnung zu zentralisieren und direkt zu steuern, wo neue Windkraftanlagen gebaut werden dürfen. Im ersten Halbjahr 2022 sind den Angaben zufolge nur acht neue Windräder in MV ans Netz gegangen, der Bau von zwölf weiteren wurde genehmigt. In den ersten sechs Monaten der Jahre 2010 bis 2018 waren es im Durchschnitt 32. Die Bilanz bezeichnete der Wirtschaftsminister als „unbefriedigend“. Auch müsse die Ostsee mehr genutzt werden als bisher, so Meyer, der sich erneut für den Ausbau von Offshore-Anlagen aussprach.

MV soll Energiesouveränität in Deutschland und Europa sichern

Ebenfalls zur Wind-Konferenz nach Rostock angereist war Stefan Wenzel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Er betonte, dass Europa – nicht zuletzt wegen der aktuellen Entwicklungen in Folge des Kriegs in der Ukraine – seine Souveränität in Hinsicht auf die Energieversorgung sicherstellen müsse. Wind- und Solartechnik seien günstige Energielieferanten, auf die Deutschland und das Flächenland MV setzen müssten.

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„Wir müssen die Energiewende massiv beschleunigen“, so Wenzel. Auch dürfe es nicht länger sein, dass 55 Prozent des Erdgases von einem einzigen Lieferanten bezogen werden. Nachdem Russland in Folge des Ukraine-Kriegs seine Exporte massiv gedrosselt und teilweise eingestellt hatte, waren die Preise für Erdgas auch in Deutschland enorm angestiegen.

Produktion neuer Anlagen soll im Land bleiben

Der Präsident des Bundesverbands WindEnergy, Hermann Albers, appellierte an die Politik, dafür zu sorgen, dass auch die Produktion neuer Windkraftanlagen eingehalten werde. Sie dürfe nicht zulassen, dass simultan zum Wegbruch der Hersteller von Solaranlagen, deren Zahl seit 2012 massiv zurückgegangen ist, auch die Fertigung neuer Windräder künftig in anderen Ländern angesiedelt werde. Erst vor wenigen Wochen hatte der Branchengigant Nordex die letzten Rotorblätter in seinem Werk in Rostock ausgeliefert. Die Produktion in der Hansestadt wurde zum 1. Juli eingestellt und aus Kostengründen nach Indien verlegt.

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