Unfallstatistik 2022

Mehr Verkehrstote in MV: Das waren die dramatischsten Unfälle in diesem Jahr

Bei einem Unfall in Weitin bei Neubrandenburg starb eine Mutter mit ihrem Baby. Ein weiteres Kind überlebte.

Bei einem Unfall in Weitin bei Neubrandenburg starb eine Mutter mit ihrem Baby. Ein weiteres Kind überlebte.

Rostock. Die Zahl der Verkehrstoten in Mecklenburg-Vorpommern ist in der ersten sieben Monaten dieses Jahres um 29,4 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2021 gestiegen. „Bis Ende Juli 2022 sind nach vorläufigen Ergebnissen der Polizei 44 Menschen bei Verkehrsunfällen in Mecklenburg-Vorpommern tödlich verunglückt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg damit die Anzahl der Getöteten leider um 10 Personen“, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Montag.

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Er mahnte zu vorsichtigem Fahren. Wichtig sei vor allem auch, nüchtern am Steuer zu sitzen. Bund und Länder hätten sich im „Pakt für Verkehrssicherheit“ zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu 2021 um 40 Prozent zu senken. Dieses Ziel soll nach Meyers Worten mit einem Mix aus Aufklärung, Prävention und Verkehrskontrollen erreicht werden.

Die schwersten und tragischsten Unfälle in MV 2022

Einer der dramatischsten Unfälle in diesem Jahr ereignete sich am 13. Juni bei Neubrandenburg. Dabeiwar eine 33-jährige Mutter mit ihren zwei kleinen Kindern im Auto in den Gegenverkehr geraten und mit einem Lkw zusammengeprallt. Die Mutter starb noch am Unfallort, das nur zwei Monate alte Mädchen später im Krankenhaus. Nur der dreijährige Sohn überlebte. Der Lkw-Fahrer kam mit einem Schock davon.

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Tragisch endete auch ein Unfall am 5. März der L 28 im Kreis Vorpommern-Greifswald. Ein Mann kam von der Fahrbahn ab und landete mit seinem Pkw kopfüber in einem Wassergraben. Als Einsatzkräfte den Unfallort erreichten, fanden sie ein leeres Fahrzeug vor. Erst die Besatzung des angeforderten Polizeihubschraubers entdeckte dann eine regungslose Person wenige Meter neben der Unfallstelle im hohen Gras. Der schwer verletzte Fahrer hatte sich offenbar allein aus dem Auto befreit und in einen angrenzenden Wald geschleppt. Der herbeigerufene Notarzt konnte bei dem jungen Mann nur noch den Tod feststellen.

Ebenfalls ums Leben kam ein 73-jähriger Motorradfahrer auf der A 19. Er war in den Auflieger eines Lastwagens gefahren und anschließend auf die Gegenfahrbahn geschleudert worden. Das Unglück geschah am Morgen des 15. Juli kurz hinter der Anschlussstelle Laage in Richtung Berlin. Ein Rettungshubschrauber kam zu spät, die Ärzte konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Am 5. Mai erlebten Rettungskräfte den schlimmsten Autounfall auf der Insel Rügen seit Langem. Ein Lkw war auf der B 96 bei Lietzow in den Gegenverkehr gefahren, ein 45-jähriger Mann wurde in seinem Auto eingeklemmt und starb, seine Beifahrerin wurde schwer verletzt.

Prävention an Berufsschulen in Mecklenburg-Vorpommern

Fälle wie diese zeigen, wie wichtig es ist, Menschen in Verkehrssicherheit zu schulen. Daher startet unter anderem am Montag an einer Schweriner Berufsschule die „Don’t drink and drive Academy“-Tour 2022, deren Schirmherr der Verkehrsminister ist. Acht Berufsschulen im Nordosten von MV sollen einbezogen werden. Herzstück sei ein sogenannter Promille-Fahrsimulator. Er vermittele aus der Fahrerperspektive hautnah und ungefiltert, wie sich bei 0,8 Promille die Sehleistung vermindere, Geschwindigkeiten falsch eingeschätzt und Lenkbewegungen unkoordiniert würden.

Im Vorjahr waren auf Mecklenburg-Vorpommerns Straßen 68 Menschen ums Leben gekommen. Dies war die geringste Zahl seit 1990.

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Von Iris Leithold/dpa/sd

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