Mobilfunk statt Kabelanschluss: Viele junge Menschen verzichten ganz auf ein Festnetztelefon

Das Festnetztelefon dürfte in den kommenden Jahren immer unwichtiger werden.

Das Festnetztelefon dürfte in den kommenden Jahren immer unwichtiger werden.

Heidelberg . Das Festnetztelefon spielt bei vielen Menschen keine Rolle mehr. Wie eine Umfrage von Innofact im Auftrag des Vergleichsportals Verivox ergab, telefoniert jeder vierte Bundesbürger zu Hause gar nicht mehr über das Festnetz. Etwa die Hälfte dieser Verbraucher und Verbraucherinnen hat gar keinen entsprechenden Anschluss. Die andere Hälfte hat zwar einen, nutzt ihn aber nicht. Bei der Online-Befragung nahmen gut 1000 Menschen teil, nach Angaben von Verivox ist sie repräsentativ.

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Die Befragten wurden in drei Altersgruppe eingeteilt. Die Erkenntnis: Je jünger, desto unwichtiger ist das altbewährte Telefon mit seiner Leitung bis in die Wohnung. In der Altersgruppe 18 bis 29 liegt der Anteil der Menschen, die daheim nie ihren Festnetzanschluss nutzen oder gar keinen haben, bei 40 Prozent. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es noch 31 Prozent und bei den 50 bis 69-Jährigen nur 13 Prozent. Senioren und Seniorinnen ab 70 waren nicht Teil der Umfrage.

Flatrate-Tarife für den Mobilfunk sind für junge Menschen häufig attraktiver

Ein Grund für die gesunkene Bedeutung des Festnetzanschlusses dürfte die in den vergangenen Jahren geänderte Preispolitik der Telekommunikationsanbieter sein: Die meisten Mobilfunktarife beinhalten eine Flatrate und haben keine Minutenpreise für Inlandsverbindungen mehr - ob man daheim zum Flatrate-Festnetztelefon greift oder zum Handy, ist aus finanzieller Sicht also egal. Hinzu kommt, dass viele Verbraucher und Verbraucherinnen Gespräche ohnehin über Internetdienste wie Whatsapp, Skype oder Zoom führen.

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Unter den Bürgern und Bürgerinnen, die das Festnetz zum Telefonieren nutzen, kann der Umfrage zufolge ein Viertel seine Nummer nicht auswendig. Je jünger der Befragte, desto häufiger musste er bei der Frage nach seiner Festnetznummer passen. „Dass 85 Prozent der älteren Festnetznutzer ihre Nummer auswendig wissen, hat nicht nur mit einer häufigeren Nutzung zu tun“, erklärt Verivox-Experte Jens-Uwe Theumer. „Seit 2011 werden bei Neuanschlüssen im Festnetz wegen damals drohender Rufnummernknappheit nur längere Nummern vergeben.“ Diese seien schlechter zu merken als die früher verbreiteten, recht kurzen Nummern, die vor allem ältere Bestandsnutzer und Bestandsnutzerinnen haben.

Videotelefonie-Dienste setzen sich durch

Das klassische Telefon wird künftig wohl unwichtiger werden. „Mit Ausnahme des Pandemiejahres 2020 war die Nutzung der Festnetztelefonie in den vergangenen Jahren stets rückläufig“, sagt Theumer. „Dieser Corona-Effekt dürfte über kurz oder lang verpuffen: Längst ist das Smartphone zur Schaltzentrale des digitalen Alltags geworden, insbesondere für jüngere Menschen.“

Sollten viele Menschen auch langfristig im Homeoffice bleiben, könnte dies den Rückgang bei der Festnetznutzung zwar abmildern. Allerdings setzten sich Videotelefonie-Dienste immer mehr durch, sagt Theumer. „Dafür braucht es keinen festen Telefonanschluss, sondern stabiles Internet.“

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RND/dpa

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