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Rente

MV besonders stark von Altersarmut bedroht

Senioren warten in Rostock vor der Hansemesse auf die Eröffnung der Ostseemesse.

Senioren warten in Rostock vor der Hansemesse auf die Eröffnung der Ostseemesse.

Rostock. Arbeitnehmer müssen nach dem Renteneintritt häufig den Gürtel enger schnallen. Die Zahlung aus der Rentenkasse fällt in der Regel niedriger aus als das Gehalt, dass bis dahin auf dem Konto landete. 47,6 Prozent beträgt aktuell das Niveau der Alterssicherung, und es wird weiter absinken. Erstaunlicherweise ist die sogenannte Rentenlücke im Niedriglohnland Mecklenburg-Vorpommern so niedrig wie sonst nirgendwo anders in der Bundesrepublik.

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Spitzenreiter Hamburg

344 Euro beträgt in MV im Schnitt der Unterschied zwischen ausgezahlter Rente und dem, was als „Bedarf im Alter“ bezeichnet wird – 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Die Zahlen stammen aus Berechnungen der Deka-Gruppe der Sparkassen. Zum Vergleich: In Bayern beträgt die Rentenlücke 919 Euro, in Schleswig-Holstein 620 Euro. Deutschlandweit am weitesten klaffen Rente und Alters-Bedarf in Hamburg auseinander: An der Alster ist die Lücke mit 1076 Euro fast dreimal so groß wie von Müritz bis Peene.

Grafik zur „Rentenlücke“

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Kleine Lücke, kleine Gehälter

Geht es den Rentnern in MV also finanziell besonders gut? Mitnichten, sagt Ulrich Kater. „In den einkommensstarken Bundesländern ist die Lücke am größten“, erklärt der Deka-Chefvolkswirt. Die größeren Lücken in den westdeutschen Ländern sind eine Folge der höheren Gehälter, die dort gezahlt werden. Die Beitragsbemessungsgrenze sorgt dafür, dass das von den Löhnen ab einer bestimmten Grenze keine Rentenbeiträge mehr abgezogen werden. Zurzeit liegt die Grenze bei einem Brutto-Monatseinkommen von 6700 Euro im Westen und 6150 im Osten. Was dazu führt, dass die Länder mit den höchsten Gehältern – Hamburg, Bayern und Hessen – die größten Rentenlücken ausweisen. Im Osten beträgt die Lücke durchgehend weniger als 400 Euro. Zweitletztes Schlusslicht nach MV ist Brandenburg mit 383 Euro, im Osten vorn liegt Thüringen (398 Euro).

Zeichen für Altersarmut im Osten

Diese Zahlen sind ein Anzeichen für Altersarmut. „Wer nur eine gesetzliche Rente von unter 900 Euro bezieht, liegt damit bereits unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle in den neuen Bundesländern“, sagt Ökonom Kater. Geringverdiener mit geringer Rentenlücke drohe der Verlust des Lebensstandards und ein Abrutschen in die Altersarmut. In Hessen, Bayer und Baden-Württemberg sind die finanziellen Polster dagegen in der Regel dicker. Der Deka-Mann geht davon aus, dass die Differenz in den kommenden Jahren noch zunehmen wird und rät daher zur privaten Vorsorge. Schon kleine Beträge bewirkten viel: Wer als 30-Jähriger anfängt, monatlich 50 Euro fürs Alter auf die Seite zu legen, kann sich so über die Zeit eine Extrarente von knapp 300 Euro ansparen.

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