Ministerium stoppt Riff-Bau

Ostsee hat künstliche Oasen nötig

OZ-Redakteur Axel Meyer kommentiert künstliche Riffs in der Ostsee.

OZ-Redakteur Axel Meyer kommentiert künstliche Riffs in der Ostsee.

Rostock. Fische, Algen, Muscheln, Seesterne – in den künstlichen Ostsee-Riffs vor Nienhagen und Rosenort tummelt sich allerhand Getier und Gewächs. Für Wissenschaftler sind die aus Steinen und Betonelementen angelegten Bodenstrukturen ein voller Erfolg. Dennoch hat das Schweriner Umweltministerium jetzt den Bau eines dritten Riffs gestoppt. Weil – so heißt es – künstliche Riffs nur dort gebaut werden dürfen, wo es früher schon natürliche Riffs gab.

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Versunkene Schiffe oder Flugzeuge werden in Meeren oder anderen Gewässern nach kurzer Zeit von Pflanzen überwuchert und von Tieren als sicherer Unterschlupf angenommen. Auch sogenannte Riffbälle oder andere Betonkonstruktionen werden seit Jahren auf Meeresböden oder in Seen arrangiert, um Organismen eine Chance zu geben, sich dort anzusiedeln.

Auch die Ostsee hat künstlichen Riffs nötig. Der Grund des Baltischen Meeres gleicht in vielen Bereichen einer Wüste – Sand, wohin das Fischauge blickt. Das Problem: Auf den kargen Sandböden gedeiht kaum etwas, woran Tiere und Pflanzen festwachsen und sich vermehren können. Daher sind die künstlichen Riffs für Fische, Algen und Co. willkommene Oasen. Die Einwände des Umweltministeriums hingegen sind nicht nachvollziehbar.

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Axel Meyer

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