150 Jahren nach der Jahrtausendflut

Ostsee-Sturmfluten sind permanente Gefahr: Experte warnt vor „Katastrophen-Demenz“

Die sogenannte Jahrtausendflut, das Hochwasser von 1872, jährt sich zum 150. Mal.

Die sogenannte Jahrtausendflut, das Hochwasser von 1872, jährt sich zum 150. Mal.

Rostock. Anlässlich des Jahrestages der schwersten dokumentierten Sturmflut der westlichen Ostsee vor 150 Jahren hat der Sturmflut-Experte Arne Arns vor sogenannter „Katastrophen-Demenz“ gewarnt. „Es wird leider zu oft vergessen, dass wir in einer Umgebung leben, wo wir permanent den Gefahren durch Sturmfluten ausgesetzt sind“, wurde der Professor für Küstenschutz und Küstendynamik an der Universität Rostock in einer Mitteilung vom Mittwoch zitiert.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wenngleich der Küstenschutz weiterentwickelt worden sei, dürfe man nicht vergessen, dass der Meeresspiegel seit 1872 um mehr als 20 Zentimeter angestiegen sei. Eine Sturmflut vergleichbar mit der von 1872 würde heute auch um mindestens 20 Zentimeter höher auflaufen, hieß es.

Sturmflut an der Ostsee – Tagung in Rostock

Am 13. November 1872 traf eine Ostsee-Sturmflut die deutsche und dänische Küste. Mehr als 270 Menschen starben damals, gut 15 000 Menschen wurden obdachlos, Zehntausende Stück Vieh ertranken in den Fluten, 133 Schiffe havarierten. Korrekterweise spricht man von einem Ostseesturmhochwasser, da es keine großen Gezeiten mit Ebbe und Flut an der Ostsee gibt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Auf einer internationalen Tagung soll am Montag in Rostock unter anderem darüber diskutiert werden, ob es sich um ein einmaliges Ereignis handelt oder ob wir zukünftig häufiger mit derartigen Katastrophen rechnen müssen. Arns hat nach Angaben der Uni federführend mit einem internationalen Forscherteam ein neues wissenschaftliches Verfahren entwickelt, durch das sich Sturmfluten global zukünftig besser abschätzen ließen.

Mehr aus Mecklenburg-Vorpommern

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen