Leserdebatte

Gute Filme statt fette Boni: Viele OZ-Leser fordern Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Manuela Schwesig bei der Festveranstaltung „30 Jahre NDR in MV“ mit den NDR-MV-Chefs Gordana Patett und Joachim Böskens (r.)

Manuela Schwesig bei der Festveranstaltung „30 Jahre NDR in MV“ mit den NDR-MV-Chefs Gordana Patett und Joachim Böskens (r.)

Schwerin. Zu staatsnah, reformscheu, außer Kontrolle, zu teuer: Die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk reißt seit dem Fall der Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger nicht ab. Auch weil es weitere Vorwürfe von Einflussnahme auf Berichterstattung und Vetternwirtschaft in anderen Rundfunkanstalten gibt. Anlass für eine Leser-Debatte in MV, ist nun das 30-jährige Jubiläum des NDR in MV.

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Bernd Sturzrehm kritisiert: "Es ist schon erschreckend, wie in öffentlich finanzierten Unternehmen die Spitzengehälter inklusive Sonderzahlungen, Pensionsrücklagen und Privilegien wie Premium-Dienst-Kfz inklusive Fahrer augenscheinlich Normalität sind. Wohin die Auswüchse führen, hat gerade der Fall Schlesinger gezeigt. Der GEZ-Zahler zahlt wie immer mit steigenden Beiträgen die Zeche." Sturzrehm fordert, dass das große 'Aufräumen' nun bitte beginnen solle. Und weiter: "Wenn man dann im Interview mit Herrn Gniffke und Tom Buhrow liest, dass allein beim CDU-Parteitag mal locker 58 Redakteure und 140 Techniker vor Ort waren, dann weiß der Beitragszahler, wie der Umbruch stattfindet. Nämlich gar nicht. Beim Begräbnis der Queen berichteten ZDF, ARD und Phoenix gleichzeitig stundenlang aus London. Ähnliches passiert regelmäßig bei großen Sportevents. Kosten spielen anscheinend keine Rolle." Mike Bohnow hält dagegen: "Ich finde die Gehälter für diese Positionen angemessen. In der freien Wirtschaft werden vergleichbare Positionen viel besser bezahlt. Wenn man zu wenig bezahlt, ist die Gefahr, dass die Stellen nicht besetzt werden können."

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„Brauchen nicht 200 klassische Radioprogramme“

Und auf die Aussage der NDR-Chefs aus Mecklenburg-Vorpommern hin, sie schliefen schlecht, brach ebenfalls eine rege Diskussion los. Markus Faber etwa zeigt sich rundum enttäuscht, empfindet er doch eine "Nähe zu einer bestimmten Brauerei und einem Kreuzfahrtanbieter, die gerne in Berichten beispielsweise des Nordmagazins auftauchen. Von der Unterwürfigkeit in Richtung Landesregierung ganz zu schweigen. Der NDR hat es geschafft, sich nicht besser als die Privaten zu präsentieren, mit dem Unterschied, dort weiß man, dass bei denen vieles gekauft ist." Dietmar Klaß meint: "Der Rundfunkbeitrag ist nicht mehr zeitgemäß." Bezug nehmend auf die Aussage der NDR-Chefs fragt Olaf Klagenheim ironisch: "Kann man auf goldenen Betten schlecht schlafen?" Michael Meierhof betont: "Wir benötigen sofort eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Jeder Sender muss überprüft werden. Unsere Gebühren werden für die Produktion von guten deutschen Fernsehserien und Filmen benötigt und nicht für Boni und Gehälter, die überhaupt nicht üblich sind. Wir brauchen nicht 200 klassische Radioprogramme in Deutschland und in jeder Stadt ein regionales Studio. Nicht wahr?"

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