Anfeindungen gegenüber Virologen

Pöbelei gegen Drosten beim Campen: „Aus Worten im Internet werden Taten in der Realität“

Idyllisch gelegen, umgeben von viel Natur: Auf dem Zeltplatz am Ellbogensee kam es zu einem Zwischenfall, bei dem Virologe Christian Drosten beschimpft wurde.

Idyllisch gelegen, umgeben von viel Natur: Auf dem Zeltplatz am Ellbogensee kam es zu einem Zwischenfall, bei dem Virologe Christian Drosten beschimpft wurde.

Wesenberg. Als sich der prominente Berliner Virologe Christian Drosten Ende Juni auf einem Zeltplatz am idyllischen Ellbogensee südlich der Müritz von drei Dauercampern unter anderem als "Massenmörder" beschimpfen lassen musste, war die Empörung groß. Der Vorfall machte bundesweit Schlagzeilen. Drosten stellte Strafanzeige wegen Verleumdung.

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Im Gespräch mit der OSTSEE-ZEITUNG bezieht nun auch Campingplatz-Inhaberin Coralie von Schmidt Stellung: "Wir haben hier ein sehr tolerantes Publikum." Einen Zwischenfall wie den mit Drosten habe es auf dem Platz noch nie gegeben. Es habe auch noch nie Beschwerden wegen Pöbeleien gegeben. "Unsere Gäste wissen, dass so etwas bei uns unüblich ist." Und: Dem Pöbler sei inzwischen fristlos gekündigt worden.

Unter Lesern hat der Fall für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

„Taten passen nicht zu unserer Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“

Sigrid Wollersheim zeigt sich angefasst: "Es ist erschreckend, wie aggressiv Querdenker Menschen angehen, die eine andere Meinung haben. Es darf doch nicht sein, dass die Wissenschaftler wegen deren Arbeit beleidigt und verleumdet werden. Gut, dass Drosten den Vorgang zur Anzeige gebracht hat."

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Ede Wolf fordert Strafen für die Camper: "All diese wüsten Beschimpfungen, Gewalt- und Morddrohungen zeugen von einer verrohten, respektlosen Teilgesellschaft. Außer Geldbußen sollten diese Leute zu Sozialstunden verdonnert werden."

Maja Wiese sagt: "Jeder, der solchem Fanatismus begegnet, sollte über eine Anzeige nachdenken. Man sieht, aus den Worten im Internet werden Taten in der Realität, die nicht zu unserer Demokratie und Rechtsstaatlichkeit passen. Daher muss hier unbedingt reagiert werden."

„Was dachte er denn, was in Zukunft passiert?“

Wie im ersten Beitrag in der vorliegenden Debatte zu lesen ist, werden die Anfeindungen oftmals dem Lager der sogenannten "Querdenker" zugeordnet. In diesem Fall mit dem Zusatz der "querdenkenden Ossis". Dazu äußert sich Stefanie Beise: "Warum werden jetzt die Ossis in eine Schublade gesteckt, nur weil einer oder zwei ihre Meinung oder ihre Wut gezeigt haben? Da kann man mal sehen, wie weit bei manchen das Denken reicht."

Christian Schrey fragt: "Was dachte er denn, was in Zukunft passiert? Dass er mit offenen Armen und einem Strauß Blumen empfangen wird?!"

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„Hemmschwelle ist bei vielen einfach nicht mehr vorhanden“

Gabriele Pontow kann da nur mit dem Kopf schütteln: "Die Hemmschwelle ist bei vielen einfach nicht mehr vorhanden. Es wird gepöbelt, geprügelt und gerne auch mal zugestochen. Schuld haben natürlich alle anderen."

Teddy Neumann ergänzt an dieser Stelle: "Dass die besagten Personen lebenslanges Platzverbot bekommen, spricht für die Betreiber des Campingplatzes. Meinungen hin oder her, solche Anfeindungen und Auseinandersetzungen haben nirgends was zu suchen."

Holger Suhrbier ist überzeugt: "So was geht nicht. Haben die gar keinen Anstand und Benehmen da? Dass man sich entschuldigen muss, wenn man Leute vor sich selbst schützt, schon Wahnsinn."

Und Lele Frank: "Zum Fremdschämen."

Luzi Ferior ist erstaunt: "Wie wenig Benehmen muss man haben, um sich einem anderen Menschen gegenüber so zu verhalten? Diese Leute sollten sich schämen und bei Herrn Drosten entschuldigen."

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Von Juliane Lange

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