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Stammzellenspender gesucht

Poeler Helfer an Blutkrebs erkrankt – jetzt braucht er dringend Hilfe

Lars Asmußen (46) von der Insel Poel braucht dringend einen Stammzellenspender – links ist ein Foto aus glücklicheren Tagen mit seiner Frau Anja und den Töchtern Jonna (19) und Svea (14) zu sehen.

Lars Asmußen (46) von der Insel Poel braucht dringend einen Stammzellenspender – links ist ein Foto aus glücklicheren Tagen mit seiner Frau Anja und den Töchtern Jonna (19) und Svea (14) zu sehen.

Poel.Wenn man mit Lars Asmußen telefoniert, glaubt man nicht, dass der 46-Jährige gerade um sein Leben bangt. Er lacht viel und ist fröhlich. „Ich bin zuversichtlich, dass alles gut wird, die Medizin war noch nie so weit wie heute“, sagt er.

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Mit seinem Optimismus hat der Kraftfahrer von der Insel Poel auch seine Frau Anja und die beiden gemeinsamen Töchter Jonna (19) und Svea (14) angesteckt, obwohl alle eine schwere Zeit durchmachen: Lars Asmußen hat Blutkrebs und bekommt in Rostock gerade eine Chemotherapie. Viren und Bakterien sind da lebensgefährlich. Deshalb können ihn seine Kinder nicht besuchen. „Aber wir telefonieren jeden Tag“, erzählt er.

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Dicke Augen und Kurzatmigkeit

Kurz vor Weihnachten fühlt sich Lars Asmußen matt und ausgelaugt. Er hat dicke Augen und kann nicht richtig atmen. Jede kleine Anstrengung macht ihm zu schaffen. Seine Frau schickt ihm zu seiner Hausärztin. Die teilt ihm mit, dass er wegen der Feiertage erst nach Weihnachten die Ergebnisse der Blutuntersuchung erhalten wird. Trotzdem macht er sich am zweiten Weihnachtstag auf den Weg zur Arbeit – in eine Großwäscherei in Lüdersdorf. „Ich hatte dicke Augen Doch sein Chef sieht, dass es ihm nicht gut geht und schickt ihn in die Notaufnahme. Im Wismarer Krankenhaus untersuchen die Ärzte ihn gründlich und können zunächst nichts finden. Erst als seine Hausärztin einen Tag später aufgrund der Blutergebnisse Alarm schlägt und ihn wieder ins Krankenhaus überweist, wird ihm klar, dass irgendetwas nicht stimmt. Nach weiterer Untersuchung steht fest: Lars Asmußen hat Blutkrebs und braucht nun dringend eine Stammzellspende. „Mein erster Gedanke war: Jetzt trifft dich so was. Das kann doch nicht sein“, berichtet der Familienvater.

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Poeler unterstützt krebskranke Kinder

Die Diagnose sei zuerst sehr niederschmetternd gewesen, sagt er. Die Hoffnung, sein Bruder könnte vielleicht die passenden Stammzellen haben, erfüllt sich nicht. Da auch die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ bislang erfolglos ist, haben seine Familie, Freunde und Arbeitskollegen nun eine Onlineregistrierungsaktion gestartet. „Es ist toll, wie viele Menschen hinter mir stehen und mich unterstützen. Ihre Energie tut mir gut“, betont er.

Normalerweise ist er es, der anderen in der Not zur Seite steht. In seiner Freizeit unterstützt er krebskranke Kinder durch seine Mitarbeit im Verein „Tuning4Kids“. Mit seinen Freundinnen und Freunden organisiert er seit mittlerweile zwölf Jahren Autotreffen und Autotuningaktionen. Auf denen sammeln sie Spenden für das Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg. Als im letzten Sommer Hilfe im Ahrtal gebraucht wird, packt er ganz selbstverständlich mit an. Er nimmt sich sogar Urlaub, um den Betroffenen vor Ort zu helfen. So ist Lars Asmußen. Immer positiv, ein Menschfreund, der nur Gutes tun möchte. Und auch in seiner derzeitigen Situation denkt er an andere: „Wenn die Stammzellen nicht zu passen, dann können sie aber Patienten helfen, die das gleiche Schicksal ertragen müssen“, betont er.

Initiatoren hoffen auf Hilfsbereitschaft

Seit dem 29. Dezember ist der Poeler bereits im Rostocker Krankenhaus. Er hofft, bald für eine Woche nach Hause zu können – um sich dort auf den zweiten Chemo-Block vorbereiten zu können. „Wenn ich Glück habe und ein Spender bis dahin gefunden wird, könnte das Knochenmark dann auch transplantiert werden“, sagt er.

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Gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation DKMS hat sein siebenköpfiges Kampagnen-Team innerhalb weniger Tage eine Onlineaktion ins Leben rufen. „Wir sind froh und erleichtert, dass wir über diesen Weg, auch in dieser besonderen Situation, zur Registrierung aufrufen können“, sagt Roland Voss, ein guter Freund von Lars. Denn Blutkrebs macht keine Corona-Pause. Auch in diesen Tagen sind unzählige Patienten weltweit auf eine lebensrettende Stammzellspende angewiesen. Umso wichtiger sei es, dass jetzt viele Menschen mitmachen und sich als potenzielle Stammzellspender registrieren. „Wir hoffen, dass wir mit unserem Onlineaufruf eine Welle der Hilfsbereitschaft auslösen. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto größer sind die Überlebenschancen für Lars und andere Patienten weltweit. Denn nur wer registriert ist, kann auch als Lebensretter gefunden werden“, betont Roland Voss.

So läuft die Registrierung ab

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Lars und anderen Patienten helfen und sich mit wenigen Klicks über www.dkms.de/wennhelferhilfebrauchen die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Die Registrierung geht einfach und schnell: Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt des Sets selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und anschließend per Post zurücksenden, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können.

11 Millionen registrierte Spender

Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Sie wurde 1991 in Deutschland von Dr. Peter Harf gegründet und verfolgt seitdem mit heute mehr als 1000 Mitarbeiter weltweit das Ziel, möglichst vielen Menschen eine zweite Lebenschance zu geben. Dies ist ihr bis heute mit über 11 Millionen registrierten Lebensspender durch die Vermittlung von Stammzellspenden mehr als 95 000 Mal gelungen.

Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei der DKMS registrieren ließen, müssen nicht erneut teilnehmen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung. Besonders wichtig ist es, dass die Wattestäbchen nach dem erfolgten Wangenschleimhautabstrich zeitnah zurückgesendet werden. Erst wenn die Gewebemerkmale im Labor bestimmt wurden, stehen Spender für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung.

Auch Geldspenden helfen Leben retten, da der DKMS für die Neuaufnahme jeder Spenderin oder jedes Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen. Hier das DKMS-Spendenkonto: IBAN: DE54 7004 0060 8987 0002 80

Von Kerstin Schröder

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