Innenminister Caffier

Polizei verzichtet auf Wache und Streife auf "Fusion"-Festival

Lärz: Das Areal für das alternative Musik- und Kulturfestival "Fusion" ist bei einem Rundflug zu sehen. Das Gelände auf einem Teil eines ehemaligen russischen Militärflugplatzes ist jedes Jahr Treffpunkt von bis zu 70.000 Besuchern. In diesem Jahr gibt es Streit um das Sicherheitskonzept.

Lärz: Das Areal für das alternative Musik- und Kulturfestival "Fusion" ist bei einem Rundflug zu sehen. Das Gelände auf einem Teil eines ehemaligen russischen Militärflugplatzes ist jedes Jahr Treffpunkt von bis zu 70.000 Besuchern. In diesem Jahr gibt es Streit um das Sicherheitskonzept.

Schwerin. Im Streit um das alternative Musikfestival „Fusion“ Ende Juni in Lärz in Mecklenburg-Vorpommern erwartet Innenminister Lorenz Caffier (CDU) eine baldige Einigung. Er äußerte sich am Freitag im Landtag in Schwerin zuversichtlich, dass Anfang kommender Woche der Konflikt um die Polizeipräsenz beim Festival und weitere Sicherheitsbelange beigelegt werden kann. Der Veranstalter habe sich externe Berater gesucht und mit deren Hilfe dem zuständigen Amt ein neues Sicherheitskonzept vorgelegt. Dieses sei um „Längen besser“, als das zuvor präsentierte und von den Behörden zu Recht kritisierte Papier.

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„Der ungehinderte Zugang der Polizei zum Festivalgelände ohne jeden Zeitverzug ist im Sicherheitskonzept inzwischen schwarz auf weiß festgehalten“, sagte der Minister. Die Befugnisse der Polizei würden in keiner Weise beschränkt und der Veranstalter stelle auch einen Platz für eine mobile Polizeiwache zur Verfügung. Zudem erhalte die Polizei „anlassbezogen Zutritt“ zum Veranstaltungsgelände. „Das ist das, was die Polizei wollte“, sagte Caffier.

„An der Polizei wird es nicht scheitern“

Ungeachtet der noch laufenden Prüfung des Konzepts durch das Amt Röbel scheint das Festival somit gesichert. „Heute schon steht fest: An der Polizei wird es jedenfalls nicht scheitern“, so der Minister.

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Mit etwa 70 000 Teilnehmern gehört „Fusion“ seit Jahren im Nordosten zu den größten Musikverstaltungen für junge Leute. Die Veranstalter hatten Pläne der Polizei abgelehnt, erstmals in der etwa 20-jährigen Geschichte des Musik- und Kulturfestivals direkt auf dem Veranstaltungsgelände, einem früheren Militärflughafen, eine ständige Wache einzurichten und anlasslos Polizeistreifen patrouillieren zu lassen. Auf beides will die Polizei laut Caffier nun verzichten.

70 000 Partybesucher auf Electro-Festival „Fusion“

Rund 70 000 Gäste besuchten in den vergangenen Tagen das Electro-Festival „Fusion“ in Lärz. Die Polizei führte zahlreiche Kontrollen durch und musste 24 Autofahrern wegen Drogeneinfluss die Weiterfahrt verbieten. Ein Beitrag von Susann Ebel

Einsatzplan sorgte für Spannungen

Das Bekanntwerden eines vorläufigen Einsatzplanes vom März, der Medienberichten zufolge bis zu 1000 Sicherheitskräfte sowie Räumpanzer und Wasserwerfer vorsah, hatte zusätzliche Spannungen verursacht.

Das Amt Röbel hatte die schon für Donnerstag erwartete Entscheidung über die Genehmigung des Festivals auf Anfang kommender Woche verschoben. „Mehrere Fachämter und Behörden haben noch Fragen an den Veranstalter, die erst geklärt werden müssen“, hatte Ordnungsamtsleiterin Marlen Siegmund gesagt. Nach ihren Angaben hatte der Veranstalterverein Kulturkosmos zahlreiche Auflagen zu erfüllen, etwa breitere Fluchtwege.

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„Immer mit Straftaten zu rechnen“

Mit 70 000 Besuchern werde das Flugplatzgelände bei Lärz Ende Juni für wenige Tage die „drittgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Caffier. Bei einer solchen Menschenansammlung sei immer auch mit Straftaten zu rechnen, wie etwa Diebstählen. „Die Polizei möchte zum Schutz der Teilnehmer jederzeit Zutritt zum Fusion-Gelände haben.“

In der Vergangenheit sei der Polizei erst auf Bitten und nach Genehmigung durch den Sicherheitsdienst des Festivals Zugang gewährt worden. Das sei so nicht weiter hinnehmbar. Die Fusion sei kein rechtsfreier Raum.

RND/dpa

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