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Inflation

„Kein gutes Jahr“: Spargelbauern in MV ziehen ernüchternde Bilanz

Sylvia Erler verkauft Spargel auf dem Erdbeer- und Spargelhof in Tieplitz.

Sylvia Erler verkauft Spargel auf dem Erdbeer- und Spargelhof in Tieplitz.

Tieplitz. Zum Ende der diesjährigen Spargelsaison ziehen Anbauer im Nordosten ein ernüchterndes Fazit. „Dieses Jahr war für alle Spargelbauern kein gutes Jahr“, sagte Yvonne von Laer vom Unternehmen „Mecklenburger Frische“ in Tieplitz (Landkreis Rostock). Wegen der Preissteigerungen etwa beim Sprit oder Lebensmitteln bleibe bei den Menschen weniger Geld für das Edelgemüse. Auch beim Spargel- und Kartoffelhof Demmin (Mecklenburgische Seenplatte) und dem Spargelhof Gast (Ludwigslust-Parchim) war von einem durchwachsenen Jahr die Rede.

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Bei „Mecklenburger Frische“ werde großflächig Spargel angebaut, sagte von Laer. Man habe aber im Gegensatz zu den Vorjahren ein Drittel der Anbaufläche nicht abgeerntet. Die Stauden seien schon zwei Meter hoch und „freuen sich, dass sie wachsen dürfen“. Im Vergleich zu den Vorjahren habe man auch niedrigere Preise genommen. Genau könne man die Umsatzeinbußen noch nicht beziffern.

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Kilopreis etwa ein Euro unter dem Vorjahr

Madeleine Blum vom Spargel- und Kartoffelhof Demmin sagte, die Umsätze bei den belieferten Einzelhändlern seien teilweise um 30 bis 40 Prozent eingebrochen. An den eigenen Einkaufsständen habe es nicht ganz so große Einbußen gegeben. „Die Leute haben Angst, dass sie sich nichts mehr leisten können.“ Das Thema Inflation sei omnipräsent. „Dann überlegt man sich halt dreimal, ob man zweimal die Woche Spargel isst oder eben nur einmal oder alle zwei Wochen.“ Ihr Betrieb baue auf neun Hektar Spargel an. Das sei vergleichsweise überschaubar. „Summa summarum sind wir unseren Spargel schon losgeworden.“ Allerdings habe der Kilopreis immer etwa einen Euro unter dem des Vorjahres gelegen.

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Spargelbauer Josef Jakobs vom Jakobs Spargelhof steht zum Saisonende auf einem Spargelfeld, von dem nicht mehr geerntet wird. Nach dem Abräumen der Folien wächst nun der Spargel aus.

Spargelbauer Josef Jakobs vom Jakobs Spargelhof steht zum Saisonende auf einem Spargelfeld, von dem nicht mehr geerntet wird. Nach dem Abräumen der Folien wächst nun der Spargel aus.

Stefan Gast vom Spargelhof Gast, wo nach eigenen Angaben auf sieben Hektar Spargel geerntet wurde, sagte: „Wir haben Preisexplosionen gehabt, die wir halt nicht so an den Endverbraucher weitergeben konnten.“ Teilweise seien Preise um 400 Prozent gestiegen, etwa bei Pflanzenschutzmitteln oder Dünger. Die Spargelsaison endet traditionell am Johannistag (24. Juni). Danach wird die mehrjährige Staudenpflanze wachsen gelassen, um Kraft für die folgende Saison zu sammeln.

Von RND/dpa

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