Giftmülldeponie

Protest gegen Abwasser vom Ihlenberg

Wieder Streit um die Giftmülldeponie Ihlenberg: Die IAG darf Abwasser in einen Bach leiten, Kritiker fürchten Gefahren.

Wieder Streit um die Giftmülldeponie Ihlenberg: Die IAG darf Abwasser in einen Bach leiten, Kritiker fürchten Gefahren.

Selmsdorf. Erneut Aufregung um die Giftmülldeponie Ihlenberg bei Schönberg. Der Landkreis Nordwestmecklenburg hat die Einleitung von Abwasser aus der Sickerungsanlage der Deponie genehmigt. Pro Jahr darf die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) 150000 Kubikmeter gereinigtes Wasser in Richtung des Rupensdorfer Bachs abführen. Dennis Klüver wittert Unrecht. Der Landeschef der Piratenpartei, Kreistagsmitglied in NWM, hat Widerspruch gegen die Genehmigung eingelegt.

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Klüver moniert: Der Bach werde verunreinigt, bei Starkregen sei mit deutlich höheren Wassermengen aus der Deponie zu rechnen. Sein Vorwurf: Jetzt, da nach einem Gerichtsverfahren klar werde, dass „die Sondermülldeponie ohne Genehmigung dasteht“, werde die wasserrechtliche Erlaubnis erteilt. Kritik kommt auch von der Bürgerinitiative (BI) „Stoppt die Schönberger Deponie“. Der Landkreis habe die Genehmigung erst öffentlich gemacht, als die gesetzliche Widerspruchsfrist bereits abgelaufen war, so Hedlef Uilderks. Zu klären sei auch, ob und in welchen Mengen radioaktives Tritium über das Wasser in den Bach gelangt. Im Vorjahr hatte ein Landesamt einen stark erhöhten Tritium-Wert gemessen. BI-Mitglied Uwe Lembcke erklärt: Die Stadt Schönberg müsse ein Mitspracherecht bei der Einleitung des Deponie-Abwassers haben, schließlich fließe dieses erst unterirdisch, dann durch den Bach bis in die Stadt.

Aus der Kreisverwaltung heißt es dazu: Die Genehmigung zur Ableitung des Deponie-Abwassers habe bereits vorher bestanden und sei lediglich verlängert worden. „Das abgeleitete Wasser ist unbelastet. Es wird ständig behördlich sowie durch die IAG selbst überprüft“, so Sprecherin Petra Rappen. Der Kreis habe den Widerspruch zurückgewiesen. Die IAG verweist auf ein Gutachten – Inhalt: Die Abwassereinleitung habe „keine negativen Auswirkungen“ auf den Rupensdorfer Bach, so Sprecherin Constanze Steinke. Bei Starkregen sei die Deponie in der Lage, anfallendes Wasser selbst zu speichern.

Die Deponie Ihlenberg machte vor sechs Monaten Schlagzeilen wegen angeblicher überschrittener Grenzwerte im Giftmüll. Gutachter haben dies teils entkräftet. Ein Sonderbeauftragter der Landesregierung soll bis Sommer ein Zukunftskonzept für die Deponie vorlegen und klären, ob 2035 oder früher geschlossen wird. Das Oberverwaltungsgericht ordnete im Januar an, die Deponie muss eine versäumte Umweltverträglichkeitprüfung für eine Abdichtung nachholen.

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Frank Pubantz

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