Kollision

Schweres Schiffsunglücke vor Rügen – 15 Verletzte

Sassnitz. Bei einem der schwersten Schiffsunglücke der letzten Jahre vor Rügen sind am Dienstag 15 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren am Morgen der Frachter „Raba“ (81 Meter) und der Windparkversorger „World Bora“ (31 Meter) aus zunächst unbekannter Ursache zusammengestoßen. Das Unglück ereignete sich fünf bis zehn Kilometer vor Stubbenkammer. Beide Schiffe konnten aus eigener Kraft Häfen anlaufen. Treibstoff war bei dem Unglück nach ersten Erkenntnissen nicht ausgetreten.

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Der „World Bora“, die unter dänischer Flagge fährt, wurde im Hafen Sassnitz von der Besatzung des Seenotrettungskreuzers „Harro Koebke“ in Empfang genommen. „Es war gerade Wachwechsel, daher waren zwei Crews vor Ort. Das war großes Glück“, sagt DGzRS-Sprecherin Antke Reemts. So konnten insgesamt zehn Helfer die 15 Verletzten versorgen.

Mehr lesen: Havarie vor Rügen – alles, was bislang bekannt ist

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Die Sassnitzer Feuerwehr holte die Verletzten mit einer Drehleiter vom Schiff. Eine der Verletzten war eingeklemmt und musste zuvor freigeschnitten werden. Alle vier Besatzungsmitglieder und elf Passagiere an Bord des Trimarans waren betroffen, vier von ihnen mussten per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Über die Schwere der Verletzungen war zunächst nichts bekannt.

Schiffsunglück mit 15 Verletzten vor Rügen (Video: Stefan Sauer/Uwe Driest, 19.2.2019)

Beim Zusammenstoß zweier Schiffe östlich der Insel Rügen sind am Dienstagmorgen 15 Menschen verletzt worden.

Auch über die Ursache der Havarie herrschte am Dienstag noch Unklarheit. Sichtbar waren jedoch die schweren Schäden am Bug der „World Bora“: Die linke Seite der orangefarbenen Schutzverkleidung war komplett abgerissen. Bei der unter zyprischer Flagge fahrenden „Raba“, die den Hafen Mukran angelaufen hatte, waren dagegen Bordwand und Reling an der Steuerbordseite eingedrückt. Daraus lässt sich schließen, dass die „World Bora“ die „Raba“ seitlich gerammt hat. Nach Angaben des Wetterstudios Hiddensee war es zum Unfallzeitpunkt in dem Seegebiet bewölkt, es regnete leicht. Die Sicht dürfte also getrübt gewesen sein.

Karte von der Ostsee vor Rügen mit dem Ort der Schiffs-Kollision

Karte von der Ostsee vor Rügen mit dem Ort der Schiffs-Kollision

Der Rostocker Schiffsdatenanalyst Fleetmon hat den Kurs der beiden Schiffe verfolgt: Demnach war die „Raba“ auf südöstlichem Kurs, die „World Bora“ lief Richtung Nordost, bis beide gegen 7.30 Uhr östlich von Stubbenkammer kollidierten. Die „World Bora“ war auf dem Weg zum etwa 30 Kilometer nordöstlich von Rügen liegenden Windpark „Wikinger“, die „Raba“ auf einer Leerfahrt von Kopenhagen in ihren Heimathafen Stettin.

Den genauen Ablauf ermittelt nun die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) in Hamburg in Zusammenarbeit mit den Kollegen in Dänemark und Polen. Zuständig sind bei Schiffsunglücken laut BSU sowohl die Flaggenstaaten, in diesem Fall also Dänemark und Zypern, als auch der Küstenstaat, in dessen Gewässern der Unfall passierte, sowie die Herkunftsstaaten der Verletzten. Zu letzteren gab es jedoch bis Dienstagnachmittag keine Informationen.

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Bereits Ende Januar waren vor Rügen ein deutscher und ein norwegischer Frachter in der Dunkelheit zusammengestoßen. Damals waren alle Seeleute unverletzt geblieben. Als Unfallursache gilt ein Vorfahrtsfehler des norwegischen Frachters, auf dem es zu einem größeren Wassereinbruch gekommen war. Auch diese Schiffe konnten aus eigener Kraft in Häfen einlaufen.

Weiterlesen:

Themenseite zu Schiffsunglücken auf der Ostsee

Axel Büssem

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