Waren

Seltenes Spektakel - Müritz-Schifffahrt startet mit Eisrinne

Obwohl noch Eisschollen treiben, startet die MS „Störtebeker“ im Stadthafen von Waren in die Schifffahrtssaison 2018.

Obwohl noch Eisschollen treiben, startet die MS „Störtebeker“ im Stadthafen von Waren in die Schifffahrtssaison 2018.

Waren. Trotz einer Eisdecke im Nordteil hat auf der Müritz bei strahlender Sonne am Karfreitag die Schifffahrtssaison begonnen. Innerhalb einer Stunde legten in Waren an der Müritz gleich drei Schiffe der Blau-Weißen Flotte und der Weißen Flotte Müritz ab und kämpften sich durch Rinnen im Eis bis zur Außenmüritz durch. „Es sind viele Touristen unterwegs, nun konnten wir nicht länger warten“, sagte Silvia Kobi als Sprecherin der Blau-Weißen Flotte. Das Eis, das seit Februar den Nordteil der Müritz bedeckt, zwang die Fahrgastschifffahrt seit Wochen zum Stillstand. Bereits gebuchte Fahrten mussten abgesagt werden.

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Schließlich hatten die Schifffahrtsunternehmen selbst die Initiative ergriffen. Am Gründonnerstag war die 24 Meter lange „Störtebeker“ als Eisbrecher unterwegs und schlitzte eine etwa fünf Meter breite Fahrrinne in den zwei Kilometer langen und noch zugefrorenen Abschnitt vor dem Warener Stadthafen. „Einige Schollen waren noch immer bis zu acht Zentimeter dick, das war ganz schön knapp“, erläuterte Kobi. Die Fahrgastschiffe seien sonst nicht für Eisbrecherzwecke ausgelegt.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt hatte die Müritz-Elde-Wasserstraße  auf den Oberseen zwischen Müritz und Plauer See zwar schon am Dienstag freigegeben. Allerdings gehören Häfen und Teile der Binnenmüritz nicht zur Bundeswasserstraße. Den Firmen kam aber zu Gute, dass ein Spezialschiff des Amtes beim Ausbringen der neuen Signaltonnen einen Teil des Eises gebrochen hatte. Übrig blieb aber immer noch die Anbindung des Stadthafens und anderer Ablegestellen.

Die beiden Flotten haben insgesamt 18 Schiffe und befördern jedes Jahr Zehntausende Gäste. Das Geschäft ist bei der Eislage aber auch windabhängig: Als in den vergangenen Tagen Ostwind herrschte, wurden Hunderte Eisschollen in den Elde-Kanal gedrückt, der die Müritz mit dem Kölpinsee verbindet und hatten diesen blockiert. „Dann kam aber zum Glück wieder Westwind auf“, sagte Kobi.

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Durch den Kanal fahren fast alle Fahrgastschiffe, wenn sie Fahrten über mehrere der Seen in Richtung Malchow und Plau anbieten. Das Heilbad Waren gilt als touristisches Zentrum der Mecklenburgischen Seenplatte, die jährlich rund fünf Millionen Übernachtungen zählt.

Winfried Wagner

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