Atommüll

Suche nach Atomendlager: Diese Regionen in MV kommen in Frage

Deutschland sucht ein Endlager: Bis 2031 soll ein unterirdischer Standort für Atommüll gefunden werden. Bis vor einigen Jahren war Gorleben in Niedersachsen (hier im Bild) dafür vorgesehen. Dagegen gab es massiven Protest.

Deutschland sucht ein Endlager: Bis 2031 soll ein unterirdischer Standort für Atommüll gefunden werden. Bis vor einigen Jahren war Gorleben in Niedersachsen (hier im Bild) dafür vorgesehen. Dagegen gab es massiven Protest.

Rostock. Die Suche nach dem idealen deutschen Atomendlager läuft auf Hochtouren. Jetzt tauchen vier Landkreise aus MV im Internet auf einer Landkarte auf, die potenziell geeignete Regionen zeigen soll: Rostock, Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte. Veröffentlicht hat diese die Antiatomorganisation "ausgestrahlt".

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Bundesgesellschaft bemängelt Quellen der Atomendlager-Karte

Die Suche nach dem Standort übernimmt die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Bis Spätsommer 2020 will die BGE, die seit 2017 nach dem Prinzip „weiße Landkarte“ bundesweit sondiert, wo der Atommüll künftig gelagert wird, erste Ergebnisse zu den Gebieten liefern. Bis 2031 soll das Endlager gefunden sein.

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Die potenziellen Regionen aus MV will die Gesellschaft auf OZ-Anfrage nicht kommentieren. Die Karte von „ausgestrahlt“ beruhe augenscheinlich auf verschiedenen Quellen, zu denen die BGE aber nicht gehöre. Eine Sprecherin des für die Beteiligung der Öffentlichkeit zuständige Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) bemängelt: „Der Verein bezieht sich auf ältere geologische Karten, die jedoch nicht auf Basis der im Gesetz festgelegten Kriterien erstellt wurde.“

Jochen Stay reagiert auf die Kritik gelassen. „Das sind ja keine Studien von uns, die wir uns ausgedacht haben, sondern Untersuchungen, die zu dem Thema mal gemacht wurden. Die Geologie im Boden hat sich seither ja nicht verändert.“

So reagieren die Landkreise

In den betroffenen Landkreisen hält sich die Freude darüber, möglicher Standort zu sein, in Grenzen. Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss sagt: „Ich gehe davon aus, dass dies Voruntersuchungen in einem frühen Stadium sind. Trotzdem ist hier Wachsamkeit angesagt, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Nordwestmecklenburg von solchen Ideen begeistert wäre. Wir suchen ja gerade erst nach einem zukünftigen Umgang mit der Deponie Ihlenberg.“ Fakt sei jedoch: Irgendwo müsse die Entsorgung des Atommülls stattfinden. „Aber: Jetzt wären auch andere mal dran“, findet die SPD-Politikerin.

Der Landkreis Rostock bestätigt: „Nach derzeitigem Kenntnisstand befindet sich der Landkreis in Nachbarschaft zu einer geologisch womöglich geeigneten Formation für ein Endlager“, sagt Umweltdezernent Romuald Bittl. Die bundesweite Suche laufe aber noch. Es sei grundsätzlich verantwortungsvoll, die Abfälle aus der Atomindustrie, die jahrzehntelang den Energiebedarf in Deutschland gedeckt habe, sicher zu lagern.

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